<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000436-8</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Friedrich Theodor Althoff</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>20.10.1892</date>, <note>2 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin, Vl. HA, Nl Althoff, F. T., Nr. 991</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0436" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000436-8"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName><placeName>Halle (Saale)</placeName><date when="1892-10-20">20.10.1892</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118644890">Friedrich Theodor Althoff</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118682261">Johann Eduard Erdmann</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118559796">Immanuel Kant</name></note><note type="repository">Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin, Vl. HA, Nl Althoff, F. T., Nr. 991</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Friedrich Theodor Althoff</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>20.10.1892</date>, <note>2 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin, Vl. HA, Nl Althoff, F. T., Nr. 991</bibl></head></front><body><salute><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-115"/>Hochzuverehrender<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-115"/> Geheimer Ober-Regierungsrath!</salute><p>Indem ich mir die Freiheit nehme, <abbr>Ew.</abbr> Hochwohlgeboren anbei den Zweiten Band meines <name>Kant</name>commentars ganz ergebenst zu überreichen, erlaube ich mir, die Schlußworte meiner Vorrede zu wiederholen, daß ich <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-116"/>die beiden noch ausstehenden Bände<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-116"/> in wenigen Jahren vollenden kann, wenn nicht wiederum unerwartete und unerwünschte <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-117"/>Hindernisse<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-117"/> eintreten. <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-118"/>Als das schwerste Hinderniß müßte ich es betrachten, wenn ich auf diesen Band hin nicht in irgendeiner Weise avanciren würde; denn ich müßte, um die Chancen einer Berufung nach auswärts zu erhöhen, zu meinem größten Bedauern meine schriftstellerische Thätigkeit jetzt auf andere Gebiete erstrecken, auf welchen ich auch gearbeitet habe (Griechische Philosophie; Logik); und so müßte ich die Fortsetzung des Commentars, die ich jetzt sogleich in Angriff nehmen könnte, wiederum um Jahre hinausschieben.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-118"/></p><p>Durch den Tod des <name>alten Professor Erdmann</name> ist nun hier eine Stelle erledigt. Da nun bis jetzt noch gar keine vorbereitenden Schritte zur Wiederbesetzung dieser Stelle gemacht worden sind, so scheint <pb/> die Tendenz zu bestehen, diese Stelle bis auf Weiteres nicht wiederzubesetzen. Die Stelle ist aber eine etatmäßige, und, wie aus der <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-119"/>beiliegenden Tabelle<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-119"/> hervorgeht, sind hier seit 70 Jahren stets mindestens 3 Ordinarien der Philosophie im engeren Sinn gewesen. Dies war auch dann der Fall, wenn zu gleicher Zeit mehrere Extraordinarien der Philosophie vorhanden waren. Diese altbewährte Tradition hängt, wie die beigeschriebenen Zuhörerzahlen beweisen, mit dem theologischen Charakter der Universität zusammen. Wenn nun zu einer Zeit, wo Halle nur 800 Studirende hatte, 3 Ordinarien der Philosophie für nöthig erachtet wurden, so wird man diese Zahl doch nicht jetzt vermindern wollen, wo wir 1600 Studirende haben.</p><p>Sollte es <abbr>Ew.</abbr> Hochwohlgeboren vielleicht von Werth sein, über diese Frage mich persönlich bescheiden zu wollen, so stehe ich jederzeit sofort zur Verfügung.</p><p>Indem ich somit vertrauensvoll mein ferneres Schicksal in Ihre Hände lege, zeichne ich <abbr>Ew.</abbr> Hochwohlgeboren verehrungsvoll ergebenster</p><signed><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-120"/>D<hi rend="superscript"><hi rend="underline">r</hi></hi> H. Vaihinger<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-120"/></signed><signed>a. o. Professor a. d. Universität Halle</signed><dateline>Halle <hi rend="superscript">a</hi>/S. den 20. Oct<add>[ober]</add> 1892.</dateline></body><back><listApp><app type="philological" corresp="#ED-115"><lem>Hochzuverehrender</lem><note>über der Anrede Bleistiftnotiz von Althoffs <abbr>Hd.</abbr>: </note><rdg><hi rend="underline">Vaihinger:</hi> pro domo. ∅ | <hi rend="underline">20. Okt[ober] 1892.</hi> | Geantw.: zu der gewünschten Unterredung zur Verfüg[ung]; die Fak[ultät] sei m[eines] W[issens] nicht für die Wiederbesetzung der Erdmann’schen Professur; auch im Ministerium herrscht die Ansicht vor, daß 2 Ordinarien genügten; eine definitive Entschließung sei darüber aber noch nicht gefaßt. | A 21/10 92.</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-116"><lem>die beiden noch ausstehenden Bände</lem><note>sind nicht erschienen.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-117"><lem>Hindernisse</lem><note>doppeltes s als ß geschrieben</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-118"><lem>Als … hinausschieben.</lem><note> diese Passage findet sich mit ähnlichem Wortlaut bereits in Vaihinger an Althoff vom 29.6.1892.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-119"><lem>beiliegenden Tabelle</lem><note>liegt nicht bei, <abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Ernst Dümmler vom 11.10.1892.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-120"><lem>D<hi rend="superscript"><hi rend="underline">r</hi></hi> H. Vaihinger</lem><note>davor 2 Zeilen frei gelassen für Devotionsstrich (Verneigungsstrich: schräg nach links von der letzten Zeile der Grußformel an den Anfang der Signatur gezogener Federstrich; Äquivalent des Reverenzspatiums zu Beginn eines Schreibens nach der Anrede, <abbr>vgl.</abbr> Rudolf von Jhering: Der Zweck im Recht <abbr>Bd.</abbr> 2. Leipzig: Breitkopf &amp; Härtel 1883, <abbr>S.</abbr> 656).</note></app></listApp></back></text></TEI>