<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000405-4</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Eduard von Hartmann</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>5.1.1889</date>, <note>4 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Württembergische Landesbibliothek Stuttgart, Nachlass Eduard von Hartmann</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0405" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000405-4"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName><placeName>Halle (Saale)</placeName><date when="1889-01-05">5.1.1889</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118546252">Eduard von Hartmann</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/119139812">Karl Frenzel</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/101328354">Karl Vollmöller</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118596411">William Thierry Preyer</name></note><note type="repository">Württembergische Landesbibliothek Stuttgart, Nachlass Eduard von Hartmann</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Eduard von Hartmann</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>5.1.1889</date>, <note>4 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Württembergische Landesbibliothek Stuttgart, Nachlass Eduard von Hartmann</bibl></head></front><body><dateline>Halle <hi rend="superscript">a</hi>/S.</dateline><dateline>5.I.89.</dateline><salute>Hoch verehrter Herr!</salute><p>Empfangen Sie meinen ergebensten Dank für die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2705"/>freundliche Zusage<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2705"/> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2706"/>einer Besprechung<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2706"/> meiner Broschüre. Gewiß werden Sie im Einzelnen Vieles zu tadeln haben, wenn Sie nur der allgemeinen Tendenz zustimmen.</p><p>Wohin die fortgesetzte Agitation durch <name>Preyer</name> <abbr>u. s. w.</abbr> führt, sehe ich z<add>[ur]</add> Z<add>[eit]</add> an einem Schreiben, das ein Freund von mir, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2707"/><abbr>Prof.</abbr> <name>Vollmöller</name> in Göttingen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2707"/>, dieser <pb/> Tage von der National Zeitung erhalten hat. <name>Vollmöller</name>, ein alter Mitarbeiter der N<add>[ational]</add> Z<add>[eitung]</add> (ein sehr angesehener Vertreter der romanischen Philologie) hatte meine Broschüre daselbst besprechen wollen. Diese Besprechung lehnt <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2708"/><hi rend="underline"><name>Frenzel</name></hi><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2708"/><hi rend="underline"><name/></hi> ab mit den Worten: „<hi rend="underline">wir</hi> stehen in der angeregten Frage auf Seiten des <abbr>Prof.</abbr> <name>Preyer</name> und der Realschule.“</p><p>Wenn man das erlebt <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2709"/>am grünen Holze, was soll am Dürren werden?<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2709"/> –</p><p>Besten Dank für die freundliche Nachfrage nach <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2710"/>meinem Commentar<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2710"/>. Derselbe ist immer noch nicht fortgesetzt. Der mir zu Gebote stehende physische Kraftfonds ist leider ein verhältnißmäßig sehr geringer, <pb/> und reicht nur gerade dazu aus, meine Vorlesungen zu halten und mich mit den Fortschritten der Wissenschaften auf dem Laufenden zu erhalten. Besonders so lange ich noch an einzelnen Vorlesungen wesentliche Umgestaltungen vornehmen muß, werde ich keine Zeit zu wissenschaftlicher Produktion finden. Es ist traurig, daß Jemand, der zur Produktion von Hause aus angelegt ist, seine Kraft in Vorlesungen verzetteln muß. Das Vorlesunghalten ist ganz nett und gibt auch eine gewisse Befriedigung, aber das Beste davon kann man den Buben ja doch nicht sagen. Wenn ich unabhängig leben könnte, würde ich die schöne <pb/> Existenz, die Sie z<add>[ur]</add> Z<add>[eit]</add> als Privatgelehrter führen, dem „glänzenden Elend“ einer Professur weit vorziehen. Dies natürlich unter uns gesagt.</p><p><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2711"/>Meine Bemerkung<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2711"/> bezüglich Ihrer früheren Kritik war ganz harmlos gemeint.</p><p>In vollkommener Hochachtung Ihr ganz ergebenster</p><signed>H. Vaihinger</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-2705"><lem>freundliche Zusage</lem><note>nicht überliefert</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2706"><lem>einer Besprechung</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Eduard von Hartmann vom 28.12.1888</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2707"><lem><abbr>Prof.</abbr> <name>Vollmöller</name> in Göttingen</lem><note><abbr>d. i.</abbr> <name>Karl Vollmöller</name> (1848–1922) Romanist und Anglist, 1870–1872 Studium in Tübingen, 1872–1873 in Bonn und München, 1876 in Straßburg habilitiert. 1877 <abbr>ao. Prof.</abbr> in Erlangen, 1881 <abbr>o. Prof.</abbr> in Göttingen (<abbr>WBIS</abbr>).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2708"><lem><hi rend="underline"><name>Frenzel</name></hi></lem><note><name>Karl Frenzel</name> (1827–1914), seit 1862 Feuilletonchef der Berliner National-Zeitung (<abbr>WBIS</abbr>).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2709"><lem>am grünen Holze, was soll am Dürren werden?</lem><note>geflügeltes Wort nach Lukas 23,31: </note><rdg>Denn wenn man das tut am grünen Holz, was wird am dürren werden?</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-2710"><lem>meinem Commentar</lem><note>zu Kants Kritik der reinen Vernunft; 1. <abbr>Bd.</abbr> 1881/1882, 2. <abbr>Bd.</abbr> 1892. Mehr nicht erschienen.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2711"><lem>Meine Bemerkung</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Eduard von Hartmann vom 28.12.1888</note></app></listApp></back></text></TEI>