<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000363-2</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Bartholomäus von Carneri</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Marburg an der Drau (Maribor)</placeName>, <date>11.9.1885</date>, <note>3 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 4 d, Nr. 26</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0363" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000363-2"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/119027690">Bartholomäus von Carneri</persName><placeName>Marburg an der Drau (Maribor)</placeName><date when="1885-09-11">11.9.1885</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118544381">Ernst Haeckel</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116634995">Ernst Laas</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 4 d, Nr. 26</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Bartholomäus von Carneri</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Marburg an der Drau (Maribor)</placeName>, <date>11.9.1885</date>, <note>3 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 4 d, Nr. 26</bibl></head></front><body><dateline>Marburg a<add>[n der]</add> D<add>[rau]</add> 11./9.85.</dateline><salute>Hochverehrter Herr!</salute><p>Seit meinem <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2375"/>letzten Briefe<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2375"/> habe ich eine große Veränderung durchgemacht. <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2376"/>Meine Tochter<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2376"/>, aus welcher meine ganze Familie bestand, hat einen Marine-Offizier geheirathet, dessen Familie in Marburg an der Drau wohnt und bei der sie leben wird, so oft er eingeschifft wird, was alle drei Jahre geschieht. In Folge dessen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2377"/>habe ich mich<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2377"/> nach Marburg ge<pb/>zogen <abbr>u.</abbr> bin mit dem neuen Aufenthalt sehr zufrieden.</p><p>Der allzu <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2378"/>frühe Tod <name>Laas</name>’<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2378"/> hat gewiss auch Sie sehr schmerzlich berührt. Er hat mir kurz vor seinem Ende eine hochinteressante Karte geschrieben. Er ist mit <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2379"/>meinen Ausführungen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2379"/> nicht einverstanden, schließt aber damit, „daß es ihm einleuchtet, es sei am „Verdienste“ festzuhalten aus Rücksicht für die öffentliche Moral.“ Diese Begründung beruhigt mich gänzlich.</p><p>Möchten Sie diese Zeilen <pb/> recht wohlauf antreffen und seien Sie der aufrichtigsten Hochachtung versichert Ihres ganz ergebenen</p><signed>B. Carneri</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-2375"><lem>letzten Briefe</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Carneri an Vaihinger vom 2.6.1885</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2376"><lem>Meine Tochter</lem><note><abbr>vgl.</abbr> <name>Ernst Haeckel</name> an Carneri vom 5.6.1885: </note><rdg>inzwischen ist nun Ihre liebe Fritzi glückliche junge Frau, hoffentlich zu Ihrer vollen Befriedigung! Ich bitte, ihr nachträglich meine herzlichsten Glückwünsche zu Füßen zu legen, an deren Aufrichtigkeit sie gewiß nicht zweifelt! – Zu dem glücklichen Fortschritt und der zunehmenden Anerkennung Ihrer wertvollen philosophischen Publikationen gratuliere ich ebenfalls von Herzen und wünsche der beabsichtigten Gesamtausgabe besten Erfolg! In den letzten Wochen sprach ich hier zwei junge Philosophen aus Halle, Professor Stumpf und Vaihinger, und freute mich sehr, aus ihren Mitteilungen zu ersehen, wie mächtig die Anerkennung und Verwertung der monistischen Philosophie aufgrund des Darwinismus fortschreitet! </rdg><note>(Bartholomäus von Carneri’s Briefwechsel mit Ernst Haeckel und Friedrich Jodl. <abbr>Hg.</abbr> <abbr>v.</abbr> Margarete Jodl. Leipzig: K. F. Koehler 1922, <abbr>S.</abbr> 35.)</note></app><app type="philological" corresp="#ED-2377"><lem>habe ich mich</lem><note>so wörtlich</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2378"><lem>frühe Tod <name>Laas</name>’</lem><note><name>Ernst Laas</name> war am 25.7.1885 48jährig verstorben (<abbr>BEdPh</abbr>).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2379"><lem>meinen Ausführungen</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Carneri an Vaihinger vom 2.6.1885</note></app></listApp></back></text></TEI>