<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000336-2</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Bartholomäus von Carneri</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Graz</placeName>, <date>19.6.1884</date>, <note>3 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 4 d, Nr. 19</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0336" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000336-2"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/119027690">Bartholomäus von Carneri</persName><placeName>Graz</placeName><date when="1884-06-19">19.6.1884</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118559796">Immanuel Kant</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 4 d, Nr. 19</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Bartholomäus von Carneri</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Graz</placeName>, <date>19.6.1884</date>, <note>3 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 4 d, Nr. 19</bibl></head></front><body><dateline>Gratz 19. Juni 1884.</dateline><salute>Hochverehrter Herr!</salute><p>Ihr Wunsch ist erfüllt, vorgestern ist <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2168"/>eine Besprechung<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2168"/> Ihrer neuesten Arbeit über <name>Kant</name> an die Redaction des „Kosmos“ mit der Bitte um baldigste Aufnahme abgegangen. Ob es Ihnen aber, wenn Sie die Bescherung zu Gesicht bekommen, nicht lieber sein würde, mich nicht in Versuchung geführt zu haben, ist mir fraglich. Ich tröste mich nur damit, daß, falls meine Ansicht über Ihr Schlußergebnis falsch ist, ich meine Besprechung mehr zu bereuen haben werde, <pb/> als Sie deren Veranlassung. Eigentlich ist es von mir eine Frechheit, an Ihnen Kritik zu üben, und Sie können mir’s glauben, daß ich ein paar Mal auf dem Punkt war, die Feder wegzulegen. Nur die Überzeugung, daß Sie der realistischen Seite <name>Kant</name>s eine zu materialistische Deutung geben und daß nur dadurch der Widerspruch bis zu einem Grade potenzirt wird, der factisch das ganze System zerstören würde, ließ schließlich meinen Muth nicht sinken. Ich rechne darauf, daß Sie mich, falls ich im Unrecht bin, gebührend zurechtweisen werden. <pb/></p><p>Eine klare, getreue und auch anziehende Darstellung Ihrer Arbeit hoffe ich gegeben zu haben. Wenigstens war dies mein aufrichtiges Bestreben.</p><p>Und damit grüße ich Sie herzlichst mit dem Wunsche, daß Sie sich in Halle recht zufrieden fühlen, wie immer Ihr dankbar ergebener</p><signed>B. Carneri</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-2168"><lem>eine Besprechung</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Carneri an Vaihinger vom 15.5.1884</note></app></listApp></back></text></TEI>