<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000325-0</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Friedrich Theodor Althoff</persName>, <placeName type="sent">Straßburg</placeName>, <date>22.3.1884 (1)</date>, <note>4 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Geheimes </bibl><bibl type="pubPlace">Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin, Vl. HA, Nl Althoff, F. T., Nr. 991</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0325" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000325-0"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName><placeName>Straßburg</placeName><date when="1884-03-22">22.3.1884 (1)</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118644890">Friedrich Theodor Althoff</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/11653012X">Benno Erdmann</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118547380">Rudolf Haym</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118682261">Johann Eduard Erdmann</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/104197072">Carl Ledderhose</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118632884">Wilhelm I., Deutscher Kaiser</name></note><note type="repository">Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin, Vl. HA, Nl Althoff, F. T., Nr. 991</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Friedrich Theodor Althoff</persName>, <placeName type="sent">Straßburg</placeName>, <date>22.3.1884 (1)</date>, <note>4 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Geheimes </bibl><anchor type="delimiter"/><bibl type="pubPlace">Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin, Vl. HA, Nl Althoff, F. T., Nr. 991</bibl></head></front><body><anchor type="delimiter"/><dateline>Straßburg <hi rend="superscript">i</hi>/E</dateline><dateline>den 22. März 1884.</dateline><salute>Hochzuverehrender Herr Geheimer Rath!</salute><p>Gestatten Sie mir, hochzuverehrender Herr Geheimer Rath, dem <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2065"/>beifolgenden officiellen Annahmeschreiben<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2065"/> noch einige persönliche Worte des lebhaftesten Dankes für Ihre große Güte ganz ergebenst hinzuzufügen. Die mir heute Morgen durch Herrn Curator <name>Ledderhose</name> eröffnete Berufung hat mich mit größter Freude erfüllt, und ich darf es als ein gutes Omen betrachten, daß mir diese Berufung in den Preußischen Dienst gerade an dem Tage zugekommen ist, an welchem das <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2066"/>Geburtsfest S<hi rend="superscript">r</hi> Majestät des Kaisers und Königs<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2066"/> überall freudig gefeiert wird. <pb/></p><p>Als eine besondere Güte würde ich es betrachten, wenn meine Bitte um Reiseentschädigung Berücksichtigung finden könnte.</p><p>Was die Einrichtung eines Philosoph<add>[ischen]</add> Seminars betrifft, so ist der Gedanke auch nur als ein <hi rend="underline">bescheidener Wunsch</hi> ausgesprochen. Auch kann ja daran nicht meinerseits gedacht werden, ehe die Herren ordentlichen <name>Professoren Erdmann</name> und <name>Haym</name> den Gedanken zu dem ihrigen machen; ich denke mit denselben persönlich <hi rend="underline">nach</hi> meiner Ankunft in Halle darüber zu sprechen. Es bestehen solche Seminarien bis jetzt in <hi rend="underline">Straßburg</hi> und <hi rend="underline">Freiburg</hi>; das Letztere ist dem Ersteren nachgeahmt. Auch in <hi rend="underline">Leipzig</hi> ist etwas Ähnliches. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um Anschaffung einer Handbibliothek für die Studirenden zur Ermöglichung ergiebiger praktischer Übungen in der Lectüre der vorzüglichsten philosoph<add>[ischen]</add> Schriftsteller. Man kann mit verhältniß<pb/>mäßig kleinen Summen schon Ordentliches leisten. Es besteht ja jetzt überall das Bestreben, durch praktische Übungen die Studirenden unmittelbar in wissenschaftliche Thätigkeit einzuführen; und solche <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2067"/>praktische Übungen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2067"/> sind natürlich mit mehr Nutzen und Erfolg verbunden, wo man die nötigen Hilfsmittel zur Hand hat. Hier in Straßburg hat man ja in dieser Hinsicht gerade diese Seite der academischen Tätigkeit besonders begünstigt. Ich wiederhole, daß ich nur einen <hi rend="underline">Wunsch</hi> ausspreche, der sich mir aufdrängt, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2068"/>dessen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2068"/> Erfüllung ich sachlich für zweckmäßig und dankenswerth halte, dessen weitere Verfolgung ich aber ganz von der Einstimmung der Herren <name>Professoren Erdmann</name> und <name>Haym</name> und <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2069"/>von<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2069"/> der hochgeneigten Billigung der Hohen Regierung abhängig mache.</p><p>Daß mir Herr <name>Geh. Rath Professor Dr Erdmann</name> die spätere Besorgung <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2070"/>seines „Grundrisses“<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2070"/> anvertrauen will, <pb/> ist eine Ehre, deren Tragweite ich wohl zu schätzen weiß. Ich werde daher diese Aufgabe auch mit Vergnügen übernehmen.</p><p>Genehmigen Sie, hochzuverehrender Herr Geheimer Rath, nochmals den lebhaften Ausdruck des gehorsamsten Dankes für das gütige Vertrauen und das hochgeneigte Wohlwollen, daß Sie mir beweisen und gestatten Sie die aufrichtige Versicherung der dankbarsten Verehrung, mit der ich zeichne <abbr>Ew.</abbr> Hochwohlgeboren ganz ergebenster</p><signed>Professor D<hi rend="superscript">r</hi> Vaihinger.</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-2065"><lem>beifolgenden officiellen Annahmeschreiben</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Althoff vom 22.3.1884 (2)</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2066"><lem>Geburtsfest S<hi rend="superscript">r</hi> Majestät des Kaisers und Königs</lem><note><name>Wilhelm I.</name>, am 22.3.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-2067"><lem>praktische Übungen</lem><note>so wörtlich</note></app><app type="philological" corresp="#ED-2068"><lem>dessen</lem><note>doppeltes s mit ß geschrieben</note></app><app type="philological" corresp="#ED-2069"><lem>von</lem><note>Einfügung über der Zeile</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2070"><lem>seines „Grundrisses“</lem><note>die Rede ist von <name>Johann Eduard Erdmann</name>s zweibändigem: Grundriss der Geschichte der Philosophie (zuerst 1866); die 4. <abbr>Aufl.</abbr> 1896 wurde von <name>Benno Erdmann</name> bearbeitet. Eine Beteiligung Vaihingers ist nicht nachgewiesen.</note></app></listApp></back></text></TEI>