<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000301-4</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Bartholomäus von Carneri</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Graz</placeName>, <date>29.11.1883</date>, <note>4 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 4 d, Nr. 15</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0301" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000301-4"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/119027690">Bartholomäus von Carneri</persName><placeName>Graz</placeName><date when="1883-11-29">29.11.1883</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/119027690">Bartholomäus von Carneri</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116634995">Ernst Laas</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116764694">Friedrich Goltz</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11862721X">Friedrich Theodor Vischer</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116015780">Fritz Karl Julius August Schultze</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118540238">Johann Wolfgang von Goethe</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118559796">Immanuel Kant</name><name>Michael Bernays</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118600826">Alois Riehl</name><name>streichen!</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117379735">Tobias Wildauer</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 4 d, Nr. 15</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Bartholomäus von Carneri</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Graz</placeName>, <date>29.11.1883</date>, <note>4 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 4 d, Nr. 15</bibl></head></front><body><dateline>Gratz 29. Nov<add>[ember]</add> 1883.</dateline><salute>Hochverehrter Herr!</salute><p>Daß ich Ihnen für Ihren <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1888"/>lieben Brief und die kostbare Gabe<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1888"/>, die ihn begleitet hat, nicht gleich gedankt, bitte ich nur dem Grunde zuzuschreiben, daß ich in Berücksichtigung des Werthes Ihrer Zeit Sie nicht allzu schnell wieder in die Briefschuld bringen wollte. Allein in ein paar Tagen gehe ich wieder nach Wien, wo man zu nichts Vernünftigem mehr kommt, und da beeile ich mich, Ihnen und recht <pb/> von Herzen für alles zu danken, und vor allem für <name>Goethe</name>’s Bild, das mir die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1889"/>von Braumüller herausgegebene Sammlung<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1889"/> vervollständigt. Es ist sehr lieb von Ihnen gewesen, da an mich zu denken.</p><p>Was Sie mir von <name>Riehl</name> und <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1890"/><name>Wildauer</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1890"/><name/> sagen, hat mich sehr interessirt, und ebenso die Schilderung Ihrer Thätigkeit, um die ich Sie beneiden könnte. Gratz ist noch immer unbesetzt und Aussicht auf einen, der Sache des Fortschritts günstigen Regierungswechsel ist noch keine. Aber <pb/> einmal wird’s doch werden, und bei jedem neuen Beweis Ihrer Sympathie für unsere Alpenländer ist mir, als müßte ich Sie einmal hier haben. <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1891"/>Ersatz für Wildhaus<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1891"/> finde ich nur in meinen Studien, deren Veranlassung von je her Selbsterhaltungstrieb war – sie haben mir noch über alles hinausgeholfen – und von denen ich nur wünsche, daß Sie sie nicht viel zu liebenswürdig beurtheilen.</p><p>Das nächste „Kosmos“-Heft bringt <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1892"/>eine Besprechung<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1892"/> von <name>Fritz Schultze</name>’s Philosophie der Naturwissenschaft. <pb/> Sie erhalten den Separatabdruck, wie ich ihn habe und ich sehe der Aufnahme, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1893"/>die er bei Ihnen finden wird, nicht ohne Befangenheit entgegen, weil ich mich dabei etwas gar tief in <name>Kant</name> einlasse.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1893"/></p><p>An <abbr>Prof.</abbr> <name>Schmidt</name> und <abbr>Prof.</abbr> <name>Goltz</name> alles Erdenkliche, und meine besten Empfehlungen unbekannterweise auch der gütigen Gattin des Letzteren.</p><p>Auf <name>Laas</name> berufe ich mich <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1894"/>im nächsten und in auch in einem bald darauf folgenden „Kosmos“-Artikel<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1894"/>.</p><p>Nochmals tausend Dank, und bleiben Sie immer so gut Ihrem ganz ergebenen</p><signed>B. Carneri</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-1888"><lem>lieben Brief und die kostbare Gabe</lem><note>Schreiben Vaihingers nicht überliefert. Vermutlich hat Vaihinger an Carneri eine Reproduktion desselben <name>Goethe</name>-Bildnisses übersandt, wie im selben Jahr an <name>Michael Bernays</name> (<abbr>vgl.</abbr> Bernays an Vaihinger vom 2.11.1883) und an <name>Friedrich Theodor Vischer</name> (<abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Vischer vom 29.12.1883).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1889"><lem>von Braumüller herausgegebene Sammlung</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Hermann Rollett: Die Goethebildnisse biographisch-kunstgeschichtlich dargestellt. Wien: Braumüller 1883.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1890"><lem><name>Wildauer</name></lem><note>vielleicht gemeint:<name>Tobias Wildauer</name> (1825–1898), 1877 geadelt Ritter von Wildhausen, 1855 an der Universität Innsbruck promoviert, zunächst im Schuldienst. 1857 Lehrstuhlvertreter für Philosophie an der Universität Innsbruck, 1858 trotz fehlender Habilitation <abbr>o. Prof.</abbr> Ab den 1860er Jahren politisch tätig, unter Vernachlässigung seines Lehramtes. 1867–1895 Abgeordneter im Tiroler Landtag. 1873–1897 Abgeordneter im Reichsrat (<ref type="link">https://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_W/Wildauer-Wildhausen_Tobias_1825_1898.xml</ref> (8.8.2024)).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1891"><lem>Ersatz für Wildhaus</lem><note>nach dem Verkauf des Gutes und der Übersiedelung <name>Carneri</name>s nach Graz 1883.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1892"><lem>eine Besprechung</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Carneri: Das Ansich der Dinge. In: Kosmos 7 (1883), 13. <abbr>Bd.</abbr> von April–Dezember, <abbr>S.</abbr> 561–573 (eigene Datierung: </note><rdg>Wildhaus 2. August 1883</rdg><note>, Heft ausgegeben am 30.11.1883).</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1893"><lem>die er … einlasse.</lem><note> am linken <abbr>Rd.</abbr> mit Bleistift an gestrichen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1894"><lem>im nächsten und in auch in einem bald darauf folgenden „Kosmos“-Artikel</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Carneri: Von der Macht des Geistes. In: Kosmos 8 (1884), 14. <abbr>Bd.</abbr> von Januar–Juni, <abbr>S.</abbr> 241–253 (eigene Datierung: </note><rdg>Wildhaus, 26. Juli 1883</rdg><note>, Heft ausgegeben am 5.5.1884). <name>Carneri</name>s Beitrag im selben <abbr>Bd.</abbr>, <abbr>S.</abbr> 401–414: Die Entwicklung der Sittlichkeitsidee (</note><rdg>Wildhaus,</rdg><note> </note><rdg>28. August 1883</rdg><note>, ausgegeben am 25.6.1884) setzt sich nicht ausdrücklich mit <name>Ernst Laas</name> auseinander.</note></app></listApp></back></text></TEI>