<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000299-4</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Benno Erdmann</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Kiel</placeName>, <date>12.11.1883</date>, <note>4 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 7 m, Nr. 13</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0299" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000299-4"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/11653012X">Benno Erdmann</persName><placeName>Kiel</placeName><date when="1883-11-12">12.11.1883</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/11653012X">Benno Erdmann</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118533401">Kuno Fischer</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118737449">Friedrich Max Müller</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118603426">Jean-Jacques Rosseau</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118525727">Wilhelm Dilthey</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118633635">Wilhelm Windelband</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 7 m, Nr. 13</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Benno Erdmann</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Kiel</placeName>, <date>12.11.1883</date>, <note>4 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 7 m, Nr. 13</bibl></head></front><body><dateline>Kiel 12/11 83.</dateline><salute>Lieber Herr College,</salute><p>Seit Wochen habe ich den Vorsatz Ihnen zu schreiben. Ich fürchte, ich habe Ihnen auf die freundl<add>[iche]</add> Übersendung von <name>Max Müller</name> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1863"/>noch nicht geantwortet<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1863"/>. Wollen Sie meine Nachlässigkeit freundlichst damit entschuldigen, dass mir nichts sachlich Dringendes vorlag, und ich seit Wochen andrerseits hoffe, dass meine Ausgabe der Kr<add>[itik]</add> d<add>[er]</add> r<add>[einen]</add> V<add>[ernunft]</add> in der neuen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1864"/>Auflage erscheinen werde. Ich habe meinen Kollegen gebeten, Ihnen sofort<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1864"/> <pb/> nach Fertigstellung derselben ein Exemplar in meinem Auftrag zu übersenden. Wollen Sie dasselbe freundlichst annehmen. Für <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1865"/>die Art, wie ich mich im Vorwort mit K<add>[uno]</add> <name>Fischer</name> so weit es dahin gehört <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1866"/>abgefunden habe<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1866"/>, hoffe ich auf Ihre Zustimmung. Ich habe versucht seinem Schimpfen durch rein sachliche Discussion zu begegnen.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1865"/></p><p>Für Ihre freundliche Mitteilung hinsichtlich <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1867"/><name>Windelband</name>s Ablehnung<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1867"/> sage ich Ihnen verbindlichen Dank. Ich warte der Dinge die kommen sollen oder auch nicht kommen mit aller Ruhe. Von der Besetzung der hiesigen Vacanz verlautet <pb/> noch nicht das geringste. Ich denke, es wird sich aber in nicht gar zu langer Zeit entscheiden.</p><p>Mir geht es ganz wie ich mir wünsche. <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1868"/>Eine Excursion <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1869"/>nach dem Trollhättan<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1869"/> in den Ferien hat mir in Folge der unerwarteten<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1868"/> Großartigkeit der Eindrücke volle Frische gegeben. Ich bin sehr fleißig seitdem gewesen. <abbr>Bd.</abbr> II der Reflexionen ist druckfertig. Ich <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1870"/>werde den Satz in <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1871"/>wenig Wochen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1871"/> beginnen lassen, und bin gern bereit, Ihnen wieder die Correcturbogen zu senden.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1870"/></p><p>Das Semester macht mir leider viel zu tun. Ich lese zweistündig Gesch<add>[ichte]</add> der Pädagogik seit <name>Rousseau</name>, und vierst<add>[ündig]</add> Psychologie, die ich aber von Grund <pb/> aus umarbeite. So wird während des Semesters nur das Notdürftigste für die Correctur übrig <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1872"/>bleiben, nachdem ich mit der Revision fertig bin. Die Psychologie lese ich übrigens vor 78 eingeschriebenen, tatsächlich vor c<add>[irka]</add> 90 Hörern, die Pädagog<add>[ik]</add> vor 60.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1872"/> Hier also <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1873"/>hilft den Herren alles nichts<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1873"/>.</p><p><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1874"/>Den <name>Max Müller</name> sende ich Ihnen nächstens: ich will nur die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1875"/>Ausgabe<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1875"/> erst haben.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1874"/></p><p>Mit freundlichen Grüßen und Wünschen Ihr ganz ergebener</p><signed>B Erdmann</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-1863"><lem>noch nicht geantwortet</lem><note><abbr>vgl.</abbr> dagegen Benno Erdmann an Vaihinger vom 22.7.1883</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1864"><lem>Auflage … sofort</lem><note> am linken <abbr>Rd.</abbr> mit Bleistift angestrichen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1866"><lem>abgefunden habe</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Benno Erdmann: Vorwort des Herausgebers zur dritten Auflage. In: Immanuel Kant’s Kritik der reinen Vernunft. <abbr>Hg.</abbr> <abbr>v.</abbr> Benno Erdmann. 3., mehrfach verbesserte Stereotypausgabe. Hamburg <abbr>u.</abbr> Leipzig: Leopold Voss 1884, <abbr>S.</abbr> XI–XVI, hier <abbr>S.</abbr> XIII, XV–XVI: </note><rdg>Die Herstellung eines sicheren Textes ist im Allgemeinen die niedrigste Arbeit der historischen Forschung. Eben deshalb aber bildet sie eine elementare Voraussetzung auch für die Reconstruktion der Entwicklungsgeschichte philosophischer Gedanken. Ob man diese Arbeit eine philologische nennen will, thut nichts zur Sache. Ich will daher gegen den Glauben Kuno Fischers, „freilich braucht man zu einer solchen Arbeit keine Philologie“, nicht streiten […]. Auf eine tiefergehende Würdigung dieser Polemik leiste ich Verzicht. […] Kuno Fischer hat es zweckmäßig gefunden, die citirten Schmähungen fast auf jeder Seite seiner polemischen Ausführungen gegen mich zu variieren. Ich muß hier darauf verzichten dieselben wörtlich wiederzugeben. Aber ich bin bereit, sie niedriger zu hängen. Sie finden sich in seiner „Geschichte der neuern Philosophie, dritter Band, dritte neu bearbeitete Auflage […]. Man hat dafür Sorge getragen, daß diese Invectiven gegen meine Person in litterarischen und provinzialen Zeitschriften, ja sogar in der politischen Tagespresse verbreitet werden. Ich gebe zu, daß ich gegen Angriffe solcher Art ohne Waffen bin. Kiel, am 25. September 1883. B. Erdmann.</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-1865"><lem>die … begegnen.</lem><note> am linken <abbr>Rd.</abbr> mit Bleistift angestrichen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1867"><lem><name>Windelband</name>s Ablehnung</lem><note>nach Breslau zu gehen (Nachfolge <name>Wilhelm Dilthey</name>), <abbr>vgl.</abbr> Windelband an Friedrich Theodor Althoff vom 30.11.1882 (<ref type="link">https://igp.uni-wuppertal.de/de/philosophiegeschichtsschreibung-grundlagenforschung-und-methodenreflexion/philosophiehistorische-grundlagenforschung-i-wilhelm-windelband/forschungsdaten/</ref> (8.8.2024)). Berufen wurde schließlich <name>Benno Erdmann</name> (<abbr>BEdPh</abbr>).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1869"><lem>nach dem Trollhättan</lem><note>Wasserfälle in Westschweden</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1868"><lem>Eine … unerwarteten</lem><note> am linken <abbr>Rd.</abbr> mit Bleistift angestrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1871"><lem>wenig Wochen</lem><note>so wörtlich</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1870"><lem>werde … senden.</lem><note> am linken <abbr>Rd.</abbr> mit Bleistift angestrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1872"><lem>bleiben … 60.</lem><note> am linken <abbr>Rd.</abbr> mit Bleistift angestrichen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1873"><lem>hilft den Herren alles nichts</lem><note>Anspielung nicht aufgelöst</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1875"><lem>Ausgabe</lem><note>der Kritik der reinen Vernunft, <abbr>s. o.</abbr></note></app><app type="philological" corresp="#ED-1874"><lem>Den … haben.</lem><note> am linken <abbr>Rd.</abbr> mit Bleistift angestrichen</note></app></listApp></back></text></TEI>