<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000211-4</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Alois Riehl</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Graz</placeName>, <date>27.10.1882</date>, <note>4 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 4 a</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0211" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000211-4"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118600826">Alois Riehl</persName><placeName>Graz</placeName><date when="1882-10-27">27.10.1882</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118580213">Alexius von Meinong</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116859989">Anton Emanuel Schönbach</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116634995">Ernst Laas</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118731432">Anton Marty</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118580213">Alexius Meinong</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/10129994X">Wilhelm Kaulich</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11863562X">Wilhelm Wundt</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 4 a</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Alois Riehl</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Graz</placeName>, <date>27.10.1882</date>, <note>4 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 4 a</bibl></head></front><body><dateline>Graz <abbr>d.</abbr> 27. Okt<add>[ober]</add> 1882</dateline><salute>Verehrter Herr Doctor!</salute><p>Die Ernennung des Herrn <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1068"/>D<hi rend="superscript">r</hi> <name>Meinong</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1068"/><name/> zum Extraordinarius d<add>[er]</add> Philosophie in Graz erfolgte unter ausdrücklicher Bezugnahme auf einen von der Facultät vor circa 1 Jahre gestellten Antrag an Stelle des verstorbenen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1069"/><abbr>Prof.</abbr> <name>Kaulich</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1069"/><name/>.</p><p>Damit ist die Angelegenheit der Wiederbesetzung des Ordinariates nicht erledigt. Da die Facultät gelegentlich der Anzeige meines Austrittes aus den öst<add>[erreichischen]</add> Staatsdiensten aufgefordert wurde, Anträge betreffend die dadurch erledigte Lehrkanzel zu stellen, so hat das Ministerium dies officiell anerkannt.</p><p>Die Facultät ist daher entschlossen, von ihrem Befugnisse sofort Gebrauch zu machen. Sie hat eine Commission eingesetzt, welche ungesäumt Vorschläge ausarbeiten wird. <pb/></p><p>Ich habe mich durch Rücksprache mit Herrn <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1070"/>Collegen <name>Schönbach</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1070"/><name/>, dem Obmann dieser Commission überzeugt, daß es keinem Zweifel unterliegt, daß Sie in den Vorschlag aufgenommen werden. Sie werden in den nächsten Tagen von dem genannten Herrn selbst <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1071"/>brieflich davon verständigt werden<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1071"/>.</p><p>Den <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1072"/>Brief <name>Wundt</name>’s<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1072"/> habe ich der Commission zum Gebrauche übergeben. Sie werden denselben seiner Zeit zurück erstattet erhalten.</p><p>Die Commission beabsichtigt, da <abbr>Prof.</abbr> <name>Marty</name> aus Prag sich um die Stelle in Graz bewirbt, diesen zu nennen. Wir haben aber aus Wien die Nachricht, daß man <name>Marty</name> nicht aus Prag fortlassen will. Nach <name>Marty</name> kommen Sie an der Spitze des <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1073"/>Ternavorschlages<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1073"/> der Commission. Soweit meine Informationen. <pb/> Sie ersehen daraus, daß Ihre Sache noch keineswegs hoffnungslos ist. Vorgeschlagen werden Sie sicher. Und da die Facultät diesmal gesonnen ist, energisch vorzugehen, so ist es auch möglich, daß sie ihren Willen durchsetzen wird.</p><p>Sie sind uns von so vielen Seiten empfohlen, daß meine hiesigen Collegen den lebhaften Wunsch besitzen, Sie zu gewinnen.</p><p>Ich werde die Gelegenheit haben, Sie in Kurzem in Straßburg zu sehen, wohin ich etwa am 10. aus Karlsruhe kommen werde.</p><p>Meine Ankunft dort melde ich noch <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1074"/>mit Postkarte<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1074"/>. Empfehlen Sie mich Herrn <abbr>Prof.</abbr> <name>Laas</name> auf das beste <pb/> und seinen Sie mir herzlich gegrüsst.</p><p>Ihr ergebener</p><signed>A Riehl.</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-1068"><lem>D<hi rend="superscript">r</hi> <name>Meinong</name></lem><note><name>Alexius Meinong</name> wurde 1882 <abbr>ao. Prof.</abbr> in Graz, 1889 <abbr>o. Prof.</abbr> (<abbr>BEdPh</abbr>).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1069"><lem><abbr>Prof.</abbr> <name>Kaulich</name></lem><note><name>Wilhelm Kaulich</name> (1833–1880), seit 1871 <abbr>ao. Prof.</abbr> an der Universität Graz (<abbr>BEdPh</abbr>).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1070"><lem>Collegen <name>Schönbach</name></lem><note>der Germanist <name>Anton Emanuel Schönbach</name> (1848–1911), seit 1873 <abbr>ao. Prof.</abbr> in Graz, 1876 <abbr>o. Prof.</abbr> (<ref type="link">https://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_S/Schoenbach_Anton-Emanuel_1848_1911.xml</ref> (6.8.2024)).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1071"><lem>brieflich davon verständigt werden</lem><note>etwaiges Schreiben nicht überliefert</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1072"><lem>Brief <name>Wundt</name>’s</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Riehl an Vaihinger vom 9.8.1882</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1073"><lem>Ternavorschlages</lem><note>sonst Bezeichnung des Dreiervorschlags zur Berufung eines katholischen Bischofs.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1074"><lem>mit Postkarte</lem><note>wenn gelaufen, nicht überliefert</note></app></listApp></back></text></TEI>