<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000129-4</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Berthold Auerbach</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Niedernau</placeName>, <date>27.9.1879</date>, <note>3 S., hs., Briefkopf Prägestempel </note><quote type="rdg">B. A.</quote>, <bibl type="pubPlace">Staats und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 1 k</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0129" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000129-4"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/11865103X">Berthold Auerbach</persName><placeName>Niedernau</placeName><date when="1879-09-27">27.9.1879</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/11865103X">Berthold Auerbach</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118540238">Johann Wolfgang von Goethe</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/119438631">Kilian von Steiner</name></note><note type="repository">Staats und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 1 k</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Berthold Auerbach</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Niedernau</placeName>, <date>27.9.1879</date>, <note>3 S., hs., Briefkopf Prägestempel </note><quote type="rdg">B. A.</quote>, <bibl type="pubPlace">Staats und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 1 k</bibl></head></front><body><dateline><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-642"/>Niedernau<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-642"/> 27. Sept<add>[ember]</add> 79.</dateline><salute>Werthester Herr D<hi rend="superscript"><hi rend="underline">r</hi></hi></salute><p>Herzlichen Dank für Ihren Brief und Ihre <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-643"/><name>Goethe</name>-Schrift<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-643"/>. Ueber diese möchte ich gern mit Ihnen sprechen, denn zum Schreiben ists zu viel; auch über die Arbeitspflicht als modernes ethisches Prinzip wäre Sprechen besser. Doch glaube ich Ihnen schon jetzt kurz sagen zu sollen, daß ich selber zu einer theoretischen Darlegung mich nicht geeignet fühle. Ich bleibe am möglichsten in der poetischen Fassung <abbr>u.</abbr> da werden Sie doch in meinem <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-644"/>neuen Buche<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-644"/>, <pb/> das Anfangs nächsten Monats erscheint, finden, daß ich die Arbeitsscheu als eine Grundquelle des Pessimismus faßte. Ich möchte aber überhaupt sagen, daß Arbeit als solche nicht Prinzip der Ethik sein kann, vielmehr wird zu erweisen sein, wie sich die Ethik zur Arbeitspflicht verhält. Und hier möchte ich Ihnen einen Vorschlag machen. Schreiben Sie vorerst auf Grund genauer Studien eine Geschichte der Arbeit. Ich <pb/> meine nämlich so: es wäre noch zu erweisen, wie in verschiedenen Religionen Zeiten <abbr>u.</abbr> Völkern die Arbeit geschätzt oder gering gehalten wurde. Das erscheint mir als eine in sich ergiebige als bedeutungsvolle Aufgabe.</p><p>Entschuldigen Sie meinen flüchtigen Hinweis, ich bin in den Vorbereitungen zur Abreise. Schreiben Sie mir wieder per Adr<add>[esse]</add> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-645"/>Gebrüder Paetel<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-645"/> (Lützowstr. 7) in Berlin.</p><p>Ich werde mich immer freuen, wieder von Ihnen zu hören.</p><p>Hochachtungsvoll erg<add>[eben]</add></p><signed>Berthold Auerbach.</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-642"><lem>Niedernau</lem><note>heute zu Rottenburg, Standort von <name>Kilian von Steiner</name>s Sommerhaus, in dem <name>Auerbach</name> 1879 und 1881 zu Gast war.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-643"><lem><name>Goethe</name>-Schrift</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger: Göthe [!] als Ideal universeller Bildung. Festrede, gehalten in der ersten gemeinschaftlichen Sitzung der „Vereinigten wissenschaftlichen Vereine“ der Universität Leipzig. Stuttgart: Meyer &amp; Zeller 1875.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-644"><lem>neuen Buche</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Auerbach: Der Forstmeister. 2 <abbr>Bde.</abbr> Berlin: Gebrüder Paetel 1879; <abbr>z. B.</abbr> 1. <abbr>Bd.</abbr>, 18. Kapitel, <abbr>S.</abbr> 131–145 über pessimistische Lebensauffassung (in Figurenrede).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-645"><lem>Gebrüder Paetel</lem><note>Berliner Verlag der Werke Auerbachs.</note></app></listApp></back></text></TEI>