<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000128-7</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Eduard Zeller</persName>, <placeName type="sent">Straßburg</placeName>, <date>24.6.1879</date>, <note>3 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Universitätsbibliothek Tübingen, </bibl><ref type="link">http://idb.ub.uni-tuebingen.de/opendigi/Md747-782</ref></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0128" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000128-7"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName><placeName>Straßburg</placeName><date when="1879-06-24">24.6.1879</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118636383">Eduard Zeller</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/116634995">Ernst Laas</name></note><note type="repository">Universitätsbibliothek Tübingen</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Eduard Zeller</persName>, <placeName type="sent">Straßburg</placeName>, <date>24.6.1879</date>, <note>3 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Universitätsbibliothek Tübingen, </bibl><ref type="link">http://idb.ub.uni-tuebingen.de/opendigi/Md747-782</ref></head></front><body><dateline>Straßburg, 24 Juni 1879.</dateline><salute>Hochzuverehrender Herr <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-636"/>Geheimrath!<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-636"/></salute><p>Anbei erlaube ich mir Ihnen ganz ergebenst <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-637"/>ein Specimen textkritischer Untersuchungen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-637"/> zu überreichen, bei deren Ausarbeitung mir die Grundsätze vorschwebten, welche ich der Vorlesung <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-638"/>„Über literarische und historische Kritik“<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-638"/> verdanke. Ich hatte das Glück, diese auch für den Philosophen so ungemein wichtige Vor<pb/>lesung bei Ihnen, hochzuverehrender Herr Professor, zu hören. Ich ergreife diese Gelegenheit, einen Wunsch, den ich schon damals die Ehre hatte, Ihnen persönlich zu äußern, und der mich seitdem häufig bewegte, den auch Alle theilen, denen ich von dieser Vorlesung erzählte (ich nenne <abbr>z.°B.</abbr> Herrn Professor <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-640"/><name>Laas</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-640"/> hier) – Ihnen gegenüber zu berühren, Sie möchten diese Vorlesungen auch weiteren Kreisen durch den Druck bekannt geben. Niemand ist ja so, wie Sie, hochzuverehrender Herr Professor, in der Lage, das reiche Material, das Theologie, Geschichte, Philologie darbieten, mit philosophischer <pb/> Form und methodologischer Sicherheit zu verbinden. Die jüngere Generation zersplittert sich notgedrungen in Specialitäten und jene von Ihnen vertretene Universalität des Wissens und Könnens droht zu verschwinden. Außerdem bedarf aber auch die philosophische Forschung selbst, nicht blos soweit sie historisch-kritisch ist, sondern auch in vielen andren Beziehungen, solche methodologischen Principien, wie sie in jenen Vorlesungen enthalten sind.</p><p>Mit der Bitte, diesem Wunsche geneigte Berücksichtigung zu schenken, verbinde ich den Ausdruck aufrichtigster Verehrung und zeichne <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-641"/><abbr>Ew.</abbr><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-641"/><abbr/> Hochwohlgeboren ganz ergebenster</p><signed>Dr. Hans Vaihinger</signed><signed>Priv<add>[at]</add> Doc<add>[ent]</add></signed></body><back><listApp><app type="philological" corresp="#ED-636"><lem>Geheimrath!</lem><note>danach 4 Zeilen frei gelassen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-637"><lem>ein Specimen textkritischer Untersuchungen</lem><note>vermutlich Teile aus Vaihinger: Commentar zu Kants Kritik der reinen Vernunft. Zum hundertjährigen Jubiläum derselben. <abbr>Bd.</abbr> 1. Stuttgart: W. Spemann 1881. <abbr>Vgl.</abbr> Vaihinger an Zeller vom 6.8.1881.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-638"><lem>„Über literarische und historische Kritik“</lem><note>von Eduard Zeller regelmäßig von 1876–1894 im Sommersemester an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin gehalten. Vaihinger war dort von Ostern bis Michaelis 1876 immatrikuliert. <abbr>Vgl.</abbr> die Vorlesungsverzeichnisse (<ref type="link">https://www.digi-hub.de/viewer/toc/BV041382587/1/-/</ref> (1.8.2024)) sowie das Personalverzeichnis vom Sommerhalbjahr 1876 (<ref type="link">https://edoc.hu-berlin.de/handle/18452/1385</ref> (1.8.2024)). Die Vorlesung Zellers blieb ungedruckt.<anchor type="delimiter"/></note></app><app type="editorial" corresp="#ED-640"><lem><name>Laas</name></lem><note><name>Ernst Laas</name> (1837–1885), 1859 in Berlin promoviert, danach im Schuldienst, 1872 <abbr>o. Prof.</abbr> Straßburg (<abbr>BEdPh</abbr>).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-641"><lem><abbr>Ew.</abbr></lem><note><abbr>vgl.</abbr> Rudolf Iherings Anmerkung über Regeln der Höflichkeitssprache in <abbr>ders.</abbr>: Der Zweck im Recht <abbr>Bd.</abbr> 2. Leipzig: Breitkopf &amp; Härtel 1886, <abbr>S.</abbr> 720: </note><rdg>Man spricht Euere oder Ihre Majestät, Excellenz, dagegen schreibt man Ew. Majestät, Excellenz, niemals: Ihre oder (ausgeschrieben) Euere […]. Auch in Ew. Wohlgeboren u. s. w. hat sich die zweite Person erhalten, in der Ueberschrift des Briefes bedient man sich der zweiten, um dann sofort mit „Ihren Brief, Antrag u. s. w. habe ich erhalten“ in die dritte überzugehen!</rdg></app></listApp></back></text></TEI>