<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000120-8</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Friedrich von Baerenbach (Frigyes Medveczky)</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Dresden</placeName>, <date>26.10.1878</date>, <note>3 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 2 c</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0120" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000120-8"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/11603663X">Friedrich von Baerenbach (Frigyes Medveczky)</persName><placeName>Dresden</placeName><date when="1878-10-26">26.10.1878</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118527797">Eugen Dühring</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118546252">Eduard von Hartmann</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118559796">Immanuel Kant</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 2 c</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Friedrich von Baerenbach (Frigyes Medveczky)</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Dresden</placeName>, <date>26.10.1878</date>, <note>3 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 2 c</bibl></head></front><body><dateline>Dresden, ReichsStr. 4. -</dateline><dateline>26/X. 78</dateline><salute>Sehr geehrter Herr,</salute><p>Indem ich mir erlaube, Ihnen mit gleicher Post mein kürzlich erschienenes <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-550"/>Werk<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-550"/></p><p>Prolegomena z<add>[u]</add> e<add>[iner]</add> antropolog<add>[ischen]</add> Philosophie,</p><p>das zugleich den ersten grundlegenden &amp; einleitenden Theil meiner Grundlegung der krit<add>[ischen]</add> Philosophie bildet, zu übersenden, bitte ich Sie dem Werke Ihre eingehende Aufmerksamkeit zu schenken <abbr>u.</abbr> Ihr Interesse <abbr>u.</abbr> Urtheil demselben nicht zu versagen. Ich glaube nicht irre zu gehen, wenn ich eine prinzipielle Übereinstimmung in den <hi rend="underline">fundamentalen</hi> Fragen vor jeder Auseinandersetzung im Einzelnen annehme. Den Ausdruck dieser Übereinstimmung <abbr>u.</abbr> der Zustimmung, wenigstens hinsichtlich der ins Auge gefaßten Ziele <abbr>u.</abbr> Wege der wissenschaftlichen Philosophie wie der Behandlung der fundamentalen Fragen aus Ihrem Mund zu vernehmen, würde mir zur aufrichtigen Befriedigung gereichen. <pb/></p><p><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-551"/>Das Eingehen auf die bemerkenswerten Einzelheiten Ihres Werkes <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-552"/>„Hartmann Dühring <abbr>u.</abbr> Lange“<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-552"/> einzugehen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-551"/> war mir in diesem Buche durch die vorgängige Begrenzung des historischen <abbr>u.</abbr> kritischen Materials versagt – ich glaube <abbr>u.</abbr> wünsche aber, bei geeignetem Anlaß auf die Ausführungen Ihres verdienstvollen Werks eingehen zu können. Hier mußte es mir genügen, die Leser anläßlich des <name>Lange</name> gewidmeten Abschnittes der Zusätze auf Ihr Werk zu verweisen. Auf <name>Lange</name>s „Gesch<add>[ichte]</add> d<add>[es]</add> Mat<add>[erialismus]</add>“ konnte der Natur der Sache nach nur soweit eingegangen werden, als es sich darum handelte, aus seiner <name>Kant</name>-Kritik, die zugleich die Grundzüge seiner erkenntnistheoretischen Überzeugungen enthält <hi rend="underline">die</hi> Stellen herauszugreifen <abbr>u.</abbr> collectaneenhaft zusammenzustellen, die sich mit den Ergebnissen meiner Untersuchungen berühren oder völlig decken.</p><p>Auch bei <name>Dühring</name> mußte ich es hier noch mit einigen Verweisungen genug sein lassen. <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-554"/>Daß v<add>[on]</add> <name>Hartmann</name> nur im Tone der völligen Ablehnung <abbr>u.</abbr> Verwerfung in einem Werke von nicht <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-555"/>so sehr<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-555"/> historisch-kritischen als vielmehr von <pb/> positiven wissenschaftlichen Intentionen nur in völlig ablehnender <abbr>u.</abbr> verwerfender Weise berührt ist, wo es nötig schien auf <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-556"/>Ausschreitungen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-556"/> hinzuweisen, werden Sie wohl nur billigen.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-554"/></p><p>Über das Positive des Werkes zu sprechen, unterlasse ich umsomehr als ich Ihrem mir werthen Urtheil nicht vorgreifen möchte. Ich hoffe <abbr>u.</abbr> wünsche nur, daß es Ihnen möglich sein wird, in den fundamentalen <abbr>u.</abbr> in wichtigen speciellen Fragen diejenige Übereinstimmung festzustellen, die mir zur geistigen Förderung <abbr>u.</abbr> Festigung gereichen kann.</p><p>Mit diesem Wunsche verbinde ich den anderen, daß Sie das Werk Ihres Urtheils würdigen <abbr>u.</abbr> mich womöglich schon recht bald über den Empfang desselben <abbr>u.</abbr>, falls Sie schon einige Stellen angesehen haben sollten, über den Eindruck derselben in Kenntnis zu setzen. Sollten Sie erst nach Mitte November schreiben, so bitte ich den Brief an die Adresse des Verlags zu leiten.</p><p>Ihren g<add>[efälligen]</add> Nachrichten <abbr>u.</abbr> Ihrem Urtheil entgegensehend bin ich mit vorzüglicher Hochachtung Ihr ergebener</p><signed><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-557"/>Dr. Friedrich<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-557"/> von Baerenbach</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-550"><lem>Werk</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Friedrich von Bärenbach (!): Prolegomena zu einer Anthropologischen Philosophie. Leipzig: Barth 1879 (Grundlegung der kritischen Philosophie. Erster Theil). Das Vorwort ist datiert und unterzeichnet: </note><rdg>Jena, 1. August 1878. Friedrich v. Baerenbach.</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-552"><lem>„Hartmann Dühring <abbr>u.</abbr> Lange“</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger: Hartmann, Dühring und Lange. Zur Geschichte der deutschen Philosophie im XIX. Jahrhundert. Ein kritischer Essay. Iserlohn: J. Baedeker 1876.<anchor type="delimiter"/></note></app><app type="philological" corresp="#ED-551"><lem>Das Eingehen auf … einzugehen</lem><note> so wörtlich</note></app><app type="philological" corresp="#ED-555"><lem>so sehr</lem><note>Einfügung über der Zeile</note></app><app type="philological" corresp="#ED-556"><lem>Ausschreitungen</lem><note>Lesung unsicher</note></app><app type="philological" corresp="#ED-554"><lem>Daß … billigen.</lem><note> Satz mit allen Doppelungen wie in der Vorlage</note></app><app type="philological" corresp="#ED-557"><lem>Dr. Friedrich</lem><rdg>Dr</rdg><note>. über </note><rdg>Friedrich</rdg><note> geschrieben</note></app></listApp></back></text></TEI>