<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000072-4</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Carl du Prel</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Mittenwald</placeName>, <date>19.9.1875</date>, <note>3 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 6 p, Nr. 1</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0072" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000072-4"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118973061">Carl du Prel</persName><placeName>Mittenwald</placeName><date when="1875-09-19">19.9.1875</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/101320566">Carl Hermann Georg Credner</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118973061">Carl du Prel</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118637185">Friedrich Zöllner</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/108256365X">Marie Riebeck</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118633635">Wilhelm Windelband</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 6 p, Nr. 1</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Carl du Prel</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Mittenwald</placeName>, <date>19.9.1875</date>, <note>3 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 6 p, Nr. 1</bibl></head></front><body><dateline>Mittenwald, Oberbaiern.</dateline><dateline>19.IX.75.</dateline><salute>Hochgeehrter <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-66"/>Herr!<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-66"/></salute><p>Daß Sie <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-67"/>meinem Ansuchen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-67"/> in so ausführlicher und sicherlich zeitraubender Weise zu entsprechen die Güte hatten, hat mir das Unbescheidene dieses Ansuchens, das vielleicht nur durch die besonderen Umstände zu entschuldigen ist, recht fühlbar gemacht und ich bitte Sie daher um so mehr, an die Aufrichtigkeit meines verbindlichsten Dankes zu glauben. Mit Hülfe Ihrer Notizen kann ich mich nun über den <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-68"/>Stand des kosmologischen Problems<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-68"/> näher orientiren und <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-69"/>meiner zweiten Auflage<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-69"/> einen mehr wissenschaftlichen Charakter <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-70"/>geben<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-70"/>, als ihn die erste hat, <pb/> bei der die ursprüngliche Feuilletonform noch durchscheint. Vielleicht gelingt es mir dann, auch die Herren Astronomen zu veranlassen, Stellung zu nehmen, die bisher noch nicht reagiert haben, während mir doch an ihrem Urtheile nächst dem der Philosophen am meisten liegen muß. Ich habe seinerzeit die Schrift nur an den einen Astronomen, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-71"/>Professor <name>Zöllner</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-71"/><name/>, geschickt, weil ich an seinen Büchern die philosophische Seite eben so hoch schätze, wie die naturwissenschaftliche und von ihm noch am ehesten voraussetzen zu dürfen glaubte, daß er den Mangel einer exakten Methode noch nicht als Mangelhaftigkeit der Schrift ansehen werde. Ich bin aber sicher, daß dieses von Seiten anderer Astronomen geschehen sein wird, falls überhaupt welche sich die Schrift angesehen haben sollten.</p><p>Sehr bedauere ich es, daß die „Philo<pb/>sophischen Monatshefte“ Ihren Aufsatz gekürzt haben und würde mich freuen, wenn ich einmal im <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-72"/>bibliographischen Anzeiger<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-72"/> der Ankündigung <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-73"/>Ihrer Schrift<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-73"/> begegne. Vorderhand gibt mir auch noch Ihre Nachricht, daß Sie in Ihren Vorträgen meiner ebenfalls erwähnt haben, Anlaß zu besonderem Danke.</p><p>Vielleicht haben Sie Gelegenheit, an <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-74"/><name>Professor Credner</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-74"/><name/> und Gattin und <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-75"/>an <abbr>Dr.</abbr> <name>Windelband</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-75"/><name/> Empfehlungen und Grüße zu bestellen. Wir fanden uns einmal <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-76"/>in Olevano<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-76"/> zusammen. Damals versprach ich, bald <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-77"/>nach Leipzig<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-77"/> zu kommen. Die Absicht, es zu thun, besteht noch und läßt sich vielleicht im kommenden Frühjahre ausführen. Ich würde mich dann sehr freuen, Ihnen mündlich meinen besten Dank wiederholen zu können, mit dem ich unter Versicherung meiner vorzüglichen Hochachtung verbleibe Ihr ganz ergebenster</p><signed>du Prel</signed></body><back><listApp><app type="philological" corresp="#ED-66"><lem>Herr!</lem><note>danach 4 Zeilen frei gelassen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-67"><lem>meinem Ansuchen</lem><note>nicht überliefert</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-68"><lem>Stand des kosmologischen Problems</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihinger: Der gegenwärtige Stand des kosmologischen Problems. Auszug aus einem Vortrag im „Philosophischen Verein“ zu Leipzig. In: Philosophische Monatshefte 11 (1875), S. 193–219.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-69"><lem>meiner zweiten Auflage</lem><note><abbr>vgl.</abbr> du Prel: Der Kampf ums Dasein am Himmel. Versuch einer Philosophie der Astronomie. 2., umgestaltete <abbr>u.</abbr> vermehrte <abbr>Aufl.</abbr> Berlin: Denicke 1876 (zuerst 1874).</note></app><app type="philological" corresp="#ED-70"><lem>geben</lem><rdg>gegeben</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-71"><lem>Professor <name>Zöllner</name></lem><note><name>Karl Friedrich Zöllner</name> (1834–1882), seit 1872 <abbr>o. Prof.</abbr> für Astrophysik an der Universität Leipzig (<ref type="link">https://research.uni-leipzig.de/catalogus-professorum-lipsiensium/leipzig/Zoellner_1301/</ref> (1.8.2024)). Zur Beziehung zu <name>Carl du Prel</name> <abbr>vgl.</abbr> Tomas Kaiser: Zwischen Philosophie und Spiritismus: (Bildwissenschaftliche) Quellen zum Leben und Werk des Carl du Prel, 2006 (<ref type="link">https://doi.org/10.48548/pubdata-309</ref>) (1.8.2024)).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-72"><lem>bibliographischen Anzeiger</lem><note>gemeinte Zeitschrift <abbr>bzw.</abbr> Zeitschriftenrubrik nicht ermittelt</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-73"><lem>Ihrer Schrift</lem><rdg>„Beiträge zur Lehre vom Bewusstsein“</rdg><note>, nicht erschienen, <abbr>vgl.</abbr> Bratuscheck an Vaihinger von Mai/Juni 1875.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-74"><lem><name>Professor Credner</name></lem><note><abbr>d. i.</abbr> <name>Carl Hermann Georg Credner</name> (1841–1913), seit 1872 verheiratet mit <name>Marie Riebeck</name> (1854–1931). Credner war seit 1870 <abbr>ao. Prof.</abbr>, ab 1895 <abbr>o. Prof.</abbr> der Geologie und Paläontologie an der Universität Leipzig. Seit 1872 Direktor der Königlich Sächsischen Geologischen Landesanstalt (<abbr>NDB</abbr>).</note></app><app type="philological" corresp="#ED-75"><lem>an <abbr>Dr.</abbr> <name>Windelband</name></lem><note>mit Bleistift unterstrichen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-76"><lem>in Olevano</lem><note>Näheres über ein Treffen von <name>Carl du Prel</name>, <name>Carl Hermann Georg Credner</name> und <name>Wilhelm Windelband</name> ist nicht ermittelt.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-77"><lem>nach Leipzig</lem><note>wo <name>Windelband</name> 1873–1876 als Privatdozent lehrte, <abbr>vgl.</abbr> Bohr/Hartung: Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband. Hamburg: Meiner 2020, <abbr>S.</abbr> 19–20.</note></app></listApp></back></text></TEI>