<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000065-7</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Ernst Bratuscheck</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">o. O. [Gießen?]</placeName>, <date>o. D. [Mai/Juni 1875]</date>, <note>4 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 3 f, Nr. 1</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0065" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000065-7"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/116414545">Ernst Bratuscheck</persName><placeName>o. O. [Gießen?]</placeName><date from="1875-05" to="1875-06">o. D. [Mai/Juni 1875]</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/116345764">Arnold Kowalewski</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118616242">Baruch de Spinoza</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116414545">Ernst Bratuscheck</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118532154">Gustav Theodor Fechner</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118569333">Friedrich Albert Lange</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118559796">Immanuel Kant</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117475505">Rudolf Seydel</name></note><note type="repository">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 3 f, Nr. 1</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Ernst Bratuscheck</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">o. O. [Gießen?]</placeName>, <date>o. D. [Mai/Juni 1875]</date>, <note>4 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 3 f, Nr. 1</bibl></head></front><body><salute>Sehr geehrter Herr <abbr>Dr.</abbr></salute><p>Anbei erhalten Sie den mir so eben zugegangenen Artikel <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-29"/>gegen <name>Seydel</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-29"/><name/> zurück. Ich kann denselben wegen Raummangels nicht aufnehmen, besonders da er von <name>Seydel</name>s Seite unfehlbar eine lange Erwiderung hervorrufen würde. Denn das Mißverständniß, das Sie ihm nachgewiesen zu haben glauben, wird er keineswegs zugeben. Sie operiren immer von der <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-30"/>Voraussetzung aus, daß die Vorstellung <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-31"/>toto genere<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-31"/> von der mechanischen Kraft verschieden und daher die Coexistenz ewig unerklärbar sei.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-30"/> Aber auch wer <name>Kant</name> <abbr>u.</abbr> <name>Fechner</name> genau kennt, braucht dies <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-32"/>nicht zuzugeben<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-32"/> und Sie gehen ein Wenig <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-33"/>schnell<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-33"/> vor, wenn Sie eine abweichende Ansicht sogleich als Dogmatismus ansehen. Wenn es vom Standpunkt des Naturforschers ganz richtig ist, daß das Bewußtsein <pb/> sich nie auf mechanische Bewegung reduciren läßt, so folgt daraus noch keineswegs <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-34"/>umgekehrt,<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-34"/> daß sich <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-35"/><hi rend="underline">alle</hi><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-35"/> mechanische Bewegung nicht auf Bewußtseinsacte als Ursache zurückführen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-36"/>läßt.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-36"/> Das Gesetz der Erhaltung der Kraft <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-37"/>würde dann<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-37"/> nur innerhalb der Grenzen des rein Mechanischen gelten und in der <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-38"/>That ist es ja nur eine Hypothese, daß alle physiologischen Vorgänge sich erklären lassen ohne eine Causalität der Bewußtseinsacte anzunehmen. Man hat das Gesetz der Krafterhaltung bisher nur bei mechanischen Vorgängen empirisch nachgewiesen, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-39"/>mit denen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-40"/>das<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-39"/><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-40"/> Bewusstsein nicht concurrirt. Wenn nun <name>Seydel</name> <abbr>z. B.</abbr> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-41"/>sehr richtig zeigt<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-41"/>, daß in einem physiologischen Vorgange Bewußtseinsacte dieselbe Rolle einnehmen, wie in einer mechanischen Causalitätsreihe rein mechanische Acte, so wäre zu prüfen, ob dies <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-42"/>Schein<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-42"/> ist oder ob das mechanische Gesetz, sobald es mit dem Bewußtsein in Connex tritt, <pb/> nicht seine Schranke findet. Ebenso unerklärlich wie für die Physiologie die <hi rend="underline">Thatsache</hi> des Bewußtseins<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-38"/> überhaupt ist, muß aber doch für sie auch der <hi rend="underline">Zusammenhang</hi> derselben mit der physiologischen Mechanik sein; folglich muß sie auf <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-43"/>ihrem<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-43"/> Gebiete, wo über die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-44"/>mechanischen Vorgänge selbst noch ein völliges Dunkel liegt, auch die Möglichkeit gelten lassen, das jener Zusammenhang ein causaler sei, daß mit andern Worten durch Bewußtseinsacte Kraft erzeugt werde. <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-45"/>Dies ist keine Erzeugung aus Nichts<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-45"/>; denn es ist eine <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-46"/>große Selbstüberhebung<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-46"/>, wenn die Physiologie das Bewußtsein, weil <hi rend="underline">sie</hi> es nicht erklären kann, als rechnerisch = 0 setzen will. Sie merken, daß nach der spiritualistischen Weltanschauung, der Herr <name>Seydel</name> folgt, das Bewußtsein selbst das Princip aller Causalität ist, die mechanische Causalität aber nur ein Moment, das sich wohl aus dem höheren Princip<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-44"/> <pb/> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-47"/>erklären<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-47"/> läßt. Gerade daß das Bewußtsein mechanisch unerklärbar ist, giebt jener Weltanschauung eine starke Stütze und die sogenannte „zwingende Gewalt“ des Gesetzes von der Erhaltung der Kraft beweist eben deshalb nichts. Wenn <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-48"/>Sie<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-48"/>, statt den <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-49"/>spiritualistischen Monismus<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-49"/> mit in Rechnung zu ziehen, nur Occasionalismus oder <name>Spinoz</name><add>[ismus]</add> für möglich halten, so bedarf dies erst des Beweises, den Sie ja in <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-50"/>Ihrem<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-50"/> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-51"/>angekündigten Buche<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-51"/> führen werden. Dort ist allein der Ort, Herrn <name>Seydel</name> gründlich zu widerlegen <abbr>u.</abbr> die Leser der Monatshefte werden dann in der Besprechung Ihres Buches auch Kenntniß davon erhalten. Eine vorhergehende weitläufige Polemik würde dagegen zu gar keinem Resultate führen und Sie müssen daher verzeihen, wenn ich den beschränkten Raum der M<add>[onats]</add> H<add>[efte]</add> dazu nicht hergebe.</p><p>Mit vollkommener Hochachtung ergebenst</p><signed>Bratuscheck.</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-29"><lem>gegen <name>Seydel</name></lem><note>1873 war erschienen: Widerlegung des Materialismus und der mechanischen Weltansicht. Ein Vortrag von Dr. Rudolf Seydel, a. o. Prof. an der Universität zu Leipzig. Berlin: Henschel, der <abbr>u. a.</abbr> gegen angebliche Irrtümer <name>Friedrich Albert Lange</name>s gerichtet war. <name>Lange</name> attestierte <name>Seydel</name> daraufhin in der nächsten Auflage von Geschichte des Materialismus (Anmerkung 191) </note><rdg>erstaunliche Naivität</rdg><note>, worauf <name>Seydel</name> einen Artikel veröffentlichte: Zur Vertheidigung gegen F. A. Lange. In: Philosophische Monatshefte 11 (1875), <abbr>S.</abbr> 220–230. Gegen diesen Artikel wollte Vaihinger eine Erwiderung lancieren, <abbr>vgl.</abbr> Vaihinger an Friedrich Albert Lange vom 11.6.1875 (sowie vom 16.7.1875, wo Vaihinger eine öffentliche Diskussion der Kontroverse mit <name>Seydel</name> im Leipziger Philosophischen Verein ankündigt).</note></app><app type="philological" corresp="#ED-31"><lem>toto genere</lem><note>in <abbr>lat.</abbr> Schrift</note></app><app type="philological" corresp="#ED-30"><lem>Voraussetzung … sei.</lem><note> mit Blaustift unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-32"><lem>nicht zuzugeben</lem><note>mit Blaustift unterstrichen, am linken <abbr>Rd.</abbr>: </note><rdg>?</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-33"><lem>schnell</lem><note>statt gestrichen: </note><rdg>hitz</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-34"><lem>umgekehrt,</lem><note>Einfügung über der Zeile</note></app><app type="philological" corresp="#ED-35"><lem><hi rend="underline">alle</hi></lem><note>Einfügung über der Zeile</note></app><app type="philological" corresp="#ED-36"><lem>läßt.</lem><note>danach gestrichen: </note><rdg>und</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-37"><lem>würde dann</lem><note>Einfügung über der Zeile</note></app><app type="philological" corresp="#ED-39"><lem>mit denen das</lem><note>korrigiert aus: </note><rdg>die mit dem</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-40"><lem>das</lem><note>Einfügung über der Zeile</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-41"><lem>sehr richtig zeigt</lem><note><name>Bratuscheck</name> referiert nach Seydel, Widerlegung des Materialismus und der mechanischen Weltansicht (1873) <abbr>z. B.</abbr> <abbr>S.</abbr> 17–18: </note><rdg>Wie die blauen Linien der Depesche</rdg><note> [nach einem Bespiel <name>Friedrich Albert Lange</name>s, das <name>Seydel</name> kritisiert]</note><rdg> sich zu dem Gedankeninhalte der Nachricht verhalten […]; ebenso, meine ich, verhält sich auch jeder physikalisch-chemische Vorgang im Gehirn, jede mechanische Bewegung der Gehirntheile, zu dem Gedankeninhalte […] Liesse sich dies beweisen, so wäre augenscheinlich das Unrecht der Tendenz, die durch Denkinhalte begründet, teleologische Causalität auf mechanische zurückzudeuten, damit zugleich bewiesen.</rdg><note> – <abbr>S.</abbr> 28: </note><rdg>Die mechanischen Vorgänge im Gehirn verhalten sich zu Gedankeninhalten höchstens immer nur wie Worte, wie Klänge, zu ihren erst noch hinzuzudenkenden Bedeutungen […].</rdg><note> – <abbr>S.</abbr> 13–14: </note><rdg>Setzen wir nun den Fall, es liessen sich wirklich alle Vorgänge der Welt auf das einzige Gesetz der Schwere zurückführen […]: die Schwere selbst […] wäre dann immer noch übrig als ein Vorgang, welcher nicht mechanischer Natur sein könnte, weil er seinerseits nicht wieder auf eine übertragene Kraftthätigkeit zurückgeführt wäre, sondern als die letzte Quelle der Kraft, demnach als Folge einer Selbstthätigkeit übrig bleibe. […] es kann nicht Alles übertragen sein, denn das Uebertragene setzt irgendwo Ursprünglichkeit voraus; alles mechanische Geschehen hat deshalb seine Voraussetzung in einer Kraftthätigkeit, welche ihrerseits nicht mechanisch ist.</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-42"><lem>Schein</lem><note>mit Blaustift unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-38"><lem>That … Bewußtseins</lem><note> am linken <abbr>Rd.</abbr> mit Blaustift angestrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-43"><lem>ihrem</lem><note>Einfügung über der Zeile für gestrichen: </note><rdg>dem physiologischen</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-45"><lem>Dies ist keine Erzeugung aus Nichts</lem><note>mit Blaustift unterstrichen, am linken <abbr>Rd.</abbr>: </note><rdg>?</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-46"><lem>große Selbstüberhebung</lem><note>mit Blaustift unterstrichen, am linken <abbr>Rd.</abbr>: </note><rdg>?</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-44"><lem>mechanischen … Princip</lem><note> am linken <abbr>Rd.</abbr> mit Blaustift angestrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-47"><lem>erklären</lem><note>mit Blaustift unterstrichen, am linken <abbr>Rd.</abbr>: </note><rdg>!!</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-48"><lem>Sie</lem><rdg>sie</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-49"><lem>spiritualistischen Monismus</lem><note>mit Blaustift unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-50"><lem>Ihrem</lem><rdg>ihrem</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-51"><lem>angekündigten Buche</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Vaihingers Rezension: Bedingungen des Bewusstwerdens. Eine physiologisch-psychologische Studie von Dr. Julian Ochorowicz. Leipzig, H. Matthes 1874 (118 Seiten). In: Philosophische Monatshefte 11 (1875), 6. Heft, <abbr>S.</abbr> 267–273 (<ref type="link">https://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb11320593-3</ref> (1.8.2024)), <abbr>S.</abbr> 270–271: </note><rdg>Es erregt in der That ein gewisses Grauen, dass im Körper noch ein von unserem Hirnbewusstsein unabhängiges Bewusstsein [</rdg><note>das <abbr>sog.</abbr> Rückenmarksbewusstsein</note><rdg>] existiren soll und die Einheit unseres Bewusstseins wird dadurch, wie es scheint, wesentlich gefährdet. Aber meines Erachtens sind wir zu jener Annahme genöthigt […]. Ich kann diesen Punkt hier nicht weiter erörtern, werde ihn aber ausführlich in meiner im Laufe dieses Jahres erscheinenden gekrönten Preisschrift: „Beiträge zur Lehre vom Bewusstsein“ besprechen.</rdg><note> Diese Schrift, im Sommer 1874 <abbr>u. d. T.</abbr> </note><rdg>Die neueren Theorien des Bewußtseins nach ihrer metaphysischen Grundlage und ihrer Bedeutung für die Psychologie</rdg><note> zugleich als Dissertation in Tübingen angenommen, hat Vaihinger nicht veröffentlicht (nach eigener Angabe ist die Arbeit angeblich </note><rdg>nach damaliger Tübinger Sitte nicht durch den Druck vervielfältigt worden</rdg><note>, <abbr>vgl.</abbr> Vaihinger: Wie die Philosophie des Als Ob entstand. In: Die Philosophie der Gegenwart in Selbstdarstellungen <abbr>Bd.</abbr> 2. <abbr>Hg.</abbr> <abbr>v.</abbr> Raymund Schmidt. Leipzig: Meiner 1921, <abbr>S.</abbr> 186, <abbr>Anm.</abbr>). Ein I+LXXII+580 S. starkes <abbr>Ms.</abbr> <abbr>bzw.</abbr> dessen <abbr>msl.</abbr> Abschrift befindet sich unter der Signatur MS. GERM. FOL. 1706 in der Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz (2002 erworben aus dem Nachlass <name>Arnold Kowalewski</name>s; eine Kopie des zugrundeliegenden <abbr>Ms.</abbr> im <abbr>UA</abbr> Tübingen): </note><rdg>Es sollen die neuen Theorien des Bewusstseins nach ihrer metaphysischen Grundlage und ihrer Bedeutung für die Psychologie entwickelt und geprüft werden. – Preisaufgabe der philosophischen Fakultät der Universität Tübingen für das Jahr 1872/1873. Korrigiertes Autograph des Verfassers, z. T. mit Bleistiftzusätzen von anderer Hand; unveröffentlicht. Das Manuskript wurde 1874 der Fakultät nochmals als Dissertation vorgelegt: Inauguraldissertation (Gekrönte Preisschrift). Über die neueren Theorien des Bewußtseins. Das Manuskript wurde 1933 an August Seidel […], u. a. Herausgeber der Festschrift für Hans Vaihinger zum 80. Geburtstag (Die Philosophie des Als Ob und das Leben, Berlin 1932) und Begründer der Vaihinger-Gesellschaft, geschickt. Seidel wollte es umarbeiten, ergänzen, bis zur Gegenwart fortführen und publizieren. Vaihinger dagegen schlug ihm Arnold Kowalewski als (kompetenteren) Herausgeber vor. 1934 setzte die Witwe Elisabeth Vaihinger offensichtlich die Abgabe des Manuskripts an Kowalewski durch (vgl. Brief an Kowalewski, Halle/Saale, 1.3.1934 im Nachlaß Kowalewski)</rdg><note>; <ref type="link">https://staatsbibliothek-berlin.de/fileadmin/user_upload/zentrale_Seiten/handschriftenabteilung/abendlaendische_handschriften/pdf/Erwerbungen.pdf</ref> (1.8.2024) <abbr>S.</abbr> 214. <abbr>Vgl.</abbr> Arnold Kowaleski: Die „Einleitung“ der philosophischen Preisschrift Hans Vaihingers. In: Jahrbuch der Schopenhauer-Gesellschaft 25 (1938), <abbr>S.</abbr> 149–190 (<abbr>S.</abbr> 154–190 Abdruck der Einleitung Vaihingers von 1874).</note></app></listApp></back></text></TEI>