<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000057-3</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">David Friedrich Strauß</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Ludwigsburg</placeName>, <date>16.1.1873</date>, <note>2 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Deutsches Literaturarchiv Marbach, A:Strauß, David Friedrich</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0057" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000057-3"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118619055">David Friedrich Strauß</persName><placeName>Ludwigsburg</placeName><date when="1873-01-16">16.1.1873</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118503987">Aristophanes</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118615270">Sokrates</name></note><note type="repository">Deutsches Literaturarchiv Marbach, A:Strauß, David Friedrich</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">David Friedrich Strauß</persName> an <persName type="received">Vaihinger</persName>, <placeName type="sent">Ludwigsburg</placeName>, <date>16.1.1873</date>, <note>2 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">Deutsches Literaturarchiv Marbach, A:Strauß, David Friedrich</bibl></head></front><body><dateline><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-0"/>Ludwigsburg<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-0"/> 16. Jan<add>[uar]</add> 1873.</dateline><salute>Geehrter Herr!</salute><p>Daß ich <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1"/>Ihr freundliches Schreiben<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1"/> vom 8. Nov<add>[ember]</add> v<add>[origen]</add> J<add>[ahres]</add> so lange unbeantwortet gelassen, haben Sie sich vielleicht zurechtgelegt, vielleicht auch nicht. In jedem Fall hätten Sie sich selbst wie mir Unrecht gethan, wenn Sie daraus geschlossen hätten, daß Ihr Brief mir nicht herzliche Freude gemacht habe. Ich bin durch schmerzliche Erfahrung so gründlich belehrt, wie selten echtes Wohlwollen im Leben ist, daß ich ein solches hochzuhalten weiß und festzuhalten suche, wo es sich mir bietet. Aber Ihr freundliches Wort fiel eben in meinen Umzug hinein, und noch hatte ich meine paar Möbel und Bücher nicht vollständig unter Dach gebracht, als aus Veranlassung <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-2"/>meines <pb/> Buchs<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-2"/> das Hagelwetter über mich hereinbrach, dessen Geklapper auf Ziegeln und an Fensterscheiben jedes Wort, das ich zu Ihnen hätte hinüberrufen mögen, unvernehmbar gemacht haben würde. Und dem Ansehen nach haben <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-3"/>die <name>Aristophanischen</name> Göttinnen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-3"/> noch eine solche Menge ähnlicher Geschosse im Vorrath, daß, wollt’ ich warten, bis das Unwetter sich ganz verzogen hätte, Sie vollends an mir irre werden müßten. Also lieber jetzt, so kurz als die Situation mich dazu zwingt, doch nicht minder herzlich, den schönsten <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-4"/>Dank<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-4"/> für Ihr freundliches Wort und die besten Wünsche für Ihre ferneren Studien von Ihrem ergebenen</p><signed>D. F. Strauß.</signed></body><back><listApp><app type="philological" corresp="#ED-0"><lem>Ludwigsburg</lem><note>links oben von anderer <abbr>Hd.</abbr>: </note><rdg>Brief von David Friedr. Strauß | an stud phil. &amp; theol. H. Vaihinger | (im Tübinger Stift 1870–1874)</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-1"><lem>Ihr freundliches Schreiben</lem><note>nicht ermittelt</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-2"><lem>meines Buchs</lem><note> <abbr>vgl.</abbr> Strauß: Der alte und der neue Glaube. Ein Bekenntniß. Leipzig: Hirzel 1872.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-3"><lem>die <name>Aristophanischen</name> Göttinnen</lem><note>Anspielung auf <name>Aristophanes</name>’ Komödie Die Wolken (αἱ νεφέλαι, 423 <abbr>v. Chr.</abbr>), worin, in Karikierung der Sophistik, <name>Sokrates</name> die </note><rdg>blitzdonnerhagelgewaltigen Wolken</rdg><note> zu den einzigen Göttinnen erklärt.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-4"><lem>Dank</lem><note>danach gestrichen: </note><rdg>und</rdg></app></listApp></back></text></TEI>