<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000039-4</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Gottfried Meyer</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>22.6.1912</date>, <note>4 S., hs. (andere Hd., mit eU), Briefkopf </note><quote type="rdg">KANTGESELLSCHAFT. | GESCHÄFTSFÜHRER: GEH.-RAT PROF. DR. VAIHINGER, HALLE A. S. | STELLVERTRETENDER GESCHÄFTSFÜHRER: | DR. ARTHUR LIEBERT, BERLIN W. 15, FASANENSTRASSE 48. | Halle a. S., d. … 19</quote>, <bibl type="pubPlace">Universitätsarchiv Halle-Wittenberg, Rep. 6, Nr. 1863, Bl. 163–164 (Universitäts-Kuratorium zu Halle a. S. Spezial-Acten betreffend Kantgesellschaft und Kantstiftung. 1904–1916.)</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0039" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000039-4"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118625810">Hans Vaihinger</persName><placeName>Halle (Saale)</placeName><date when="1912-06-22">22.6.1912</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/1104756838">Gottfried Meyer</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/116996579">Arthur Liebert</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118519522">Ernst Cassirer</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118693700">Max Frischeisen-Köhler</name></note><note type="repository">Universitätsarchiv Halle-Wittenberg, Rep. 6, Nr. 1863, Bl. 163–164 (Universitäts-Kuratorium zu Halle a. S. Spezial-Acten betreffend Kantgesellschaft und Kantstiftung. 1904–1916.)</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Vaihinger</persName> an <persName type="received">Gottfried Meyer</persName>, <placeName type="sent">Halle</placeName>, <date>22.6.1912</date>, <note>4 S., hs. (andere Hd., mit eU), Briefkopf </note><quote type="rdg">KANTGESELLSCHAFT. | GESCHÄFTSFÜHRER: GEH.-RAT PROF. DR. VAIHINGER, HALLE A. S. | STELLVERTRETENDER GESCHÄFTSFÜHRER: | DR. ARTHUR LIEBERT, BERLIN W. 15, FASANENSTRASSE 48. | Halle a. S., d. … 19</quote>, <bibl type="pubPlace">Universitätsarchiv Halle-Wittenberg, Rep. 6, Nr. 1863, Bl. 163–164 (Universitäts-Kuratorium zu Halle a. S. Spezial-Acten betreffend Kantgesellschaft und Kantstiftung. 1904–1916.)</bibl></head></front><body><dateline>22. Juni 1912</dateline><salute>Den Herren Mitgliedern des Verwaltungs-<anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-188"/>Ausschusses<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-188"/></salute><p>beehre ich mich folgenden Antrag ergebenst zu unterbreiten.</p><p>Wie aus der <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-189"/>Beilage<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-189"/> hervorgeht, haben die Berliner Mitglieder der Kantgesellschaft eine <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-190"/>regelmäßige Zusammenkunft<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-190"/> verabredet, zu welcher Vorträge gehalten werden sollen. Diese Veranstaltung hat außerordentlich großen Beifall unter den Berliner Mitgliedern (deren <abbr>ca.</abbr> 100 sind) hervorgerufen, und hat uns auch schon eine beträchtliche Anzahl neuer Mitglieder gebracht. Die Veranstaltung kommt einem längst gefühlten Bedürfnis entgegen, weil es in Berlin an einer gut geleiteten phil<add>[osophischen]</add> Gesellschaft fehlt.</p><p>Es ist nun gleichzeitig in Berlin und <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-191"/>hier<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-191"/> <pb/> die naheliegende Idee aufgetaucht, die wertvollsten dieser Vorträge auf Kosten der Kantgesellschaft drucken zu lassen, und sie unseren sämtlichen Mitgliedern zugänglich zu machen. Wir würden dadurch nicht blos eine Förderung der Wissenschaft erreichen, sondern auch gleichzeitig eine wesentliche Förderung der Kant-Gesellsch<add>[aft]</add>, deren Einfluß und Bedeutung dadurch voraussichtlich erheblich steigen muß.</p><p>Bei der Veröffentlichtung von Vorträgen muß natürlich der naheliegenden Gefahr von vornherein begegnet werden, daß minderwertige Vorträge publiziert werden. In diesem Sinne habe ich die Leitsätze aufgestellt, welche von der Berliner Versammlung am 15. Juni acceptiert worden sind, natürlich unter dem Vorbehalt, daß der Verwaltungs-Ausschuß die Ausführung der Idee genehmigt; die hieher gehörigen Leitsätze waren folgende:</p><p>1. Die Publikation der Vorträge erfolgt nur nach Maßgabe der verfügbaren Mittel.</p><p>2. Kein Vortragender ist berechtigt, den Druck seines Vortrages zu verlangen.</p><p>3. Kein Vortragender ist verpflichtet, seinen <pb/> Vortrag drucken zu lassen.</p><p>4. Jedem Vortrag kann ein Bericht über die Diskussion hinzugefügt werden, falls diejenigen, welche sich an der Diskussion beteiligt haben, ihr Manuskript darüber dem Schriftführer mitteilen, der jedoch nicht verpflichtet ist, alle Manuskripte über die Diskussion abzudrucken.</p><p>Durch die Leitsätze ist ein Riegel vorgeschoben gegen Veröffentlichung solcher Vorträge, welche keinen wissenschaftlichen Wert haben. Es würde daher auch in demselben Sinne notwendig sein, daß die Berliner Vereinigung einen Redaktions-Ausschuß einsetzt, welcher über die Aufnahme der Vorträge in die Sammlung entscheidet; und die Mitglieder der Redaktions-Ausschusses müssen auf dem Titel der Publikationen als verantwortl<add>[iche]</add> Redakteure zeichnen. Am besten eignen sich dazu Dozenten der Universität. Der Redaktions-Vermerk müsste also etwa so lauten:</p><p>Unter Mitwirkung von <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-192"/>P. <name>Cassirer</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-192"/><name/> und <name>M. Frischeisen-Köhler</name> herausg<add>[egeben]</add> <abbr>v.</abbr> <name>A. Liebert</name>.</p><p>Unter diesen Bedingungen kann meines Erachtens der Verw<add>[altungs]</add>-Aussch<add>[uß]</add> unbedenklich diesem <pb/> Antrag, den ich hier zu stellen mir erlaube, zustimmen.</p><p>Was die Mittel betrifft, so <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-193"/>würden<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-193"/> dafür etwa 600 <abbr>Mk</abbr> jährlich ausgeworfen werden können, wovon etwa <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-194"/>3–4<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-194"/> Vorträge gedruckt werden können. Natürlich würde sich der Verw<add>[altungs]</add>-Aussch<add>[uß]</add> vorbehalten, diese Mittel zu sistieren, falls andauernd wissenschaftlich minderwertige Arbeiten geliefert würden, was aber unter den oben genannten Kautelen nicht zu befürchten ist.</p><p>Wenn nicht innerhalb 10 Tagen nach Empfang dieses Schreibens gegenteilige Abstimmungen mir zugesendet werden, darf ich den Antrag als angenommen betrachten.</p><p>Ergebenst</p><signed>Vaihinger</signed><postscript><p><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-195"/><abbr>P. S.</abbr><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-195"/><abbr/></p><p>Erst heute am 30.VI. abgesendet, weil die Druckerei mir die Beilage nicht früher liefern konnte.</p></postscript></body><back><listApp><app type="philological" corresp="#ED-188"><lem>Ausschusses</lem><rdg>Ausschusses.</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-189"><lem>Beilage</lem><note>in der genannten Akte enthalten, Drucksache: [Arthur Liebert]: Eine neue Veranstaltung der Kantgesellschaft. Berliner Kantabende. Einladung zum ersten Kant-Abend. Der erste Kant-Abend in Berlin. Aus: Kantstudien 17 (1912), Heft 3, <abbr>S.</abbr> 322–323.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-190"><lem>regelmäßige Zusammenkunft</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Max Frischeisen-Köhler an Vaihinger nach 19.4.1912</note></app><app type="philological" corresp="#ED-191"><lem>hier</lem><note>am Fuß der <abbr>S.</abbr> Aktensignatur </note><rdg>III C 76<hi rend="superscript"><hi rend="underline">a</hi></hi></rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-192"><lem>P. <name>Cassirer</name></lem><note>so wörtlich; gemeint ist <name>Ernst Cassirer</name></note></app><app type="philological" corresp="#ED-193"><lem>würden</lem><rdg>würde</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-194"><lem>3–4</lem><note>von Vaihingers <abbr>Hd.</abbr> korrigiert aus </note><rdg>4–5</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-195"><lem><abbr>P. S.</abbr></lem><note>eigenhändig</note></app></listApp></back></text></TEI>