Cäsar Flaischlen an Vaihinger, Weimar, 30.1.1918, 2 S., hs., Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 8 l, Nr. 2

Hochverehrter Herr Geheimrat!

Herzlichen Dank für Ihre große Liebenswürdigkeit[1], mich auf Arno Kupferschmidt aufmerksam zu machen. Ach ja, es wäre so notwendig, daß wir Vortragskünstler bekämen, die endlich wieder „im Geiste“ wirkten und nicht bloß „im Fleische“[2].

In Anlage[3] als Gegengruß einen kleinen Beitrag zu diesem Kapitel, der Sie gelegentlich vielleicht interessiert. |

Aber ohne dass ich Sie mit einer Antwort belasten möchte.

An Kupferschmidt schicke ich meine „Heimat-und-Welt“-Auswahl.

Nach Weimar gehe ich nicht, ich möchte vorderhand noch an der Front[4] bleiben.

Mit allen guten Wünschen für uns alle.

Ihr

Cäsar Flaischlen.

Kommentar der Herausgeber

1Ihre große Liebenswürdigkeit ] vgl. Vaihinger an Flaischlen vom 25.1.1918
2„im Geiste“ wirkten und nicht bloß „im Fleische“ ] Anspielung auf Johannes 6,63 und Römer 8,4–13.
3In Anlage ] liegt nicht bei; nicht ermittelt.
4an der Front ] Ort nicht ermittelt