Nicolai Hartmann an [Gottfried Meyer], o. O. [Bad Kreuznach], 31.8.1917, 2 S., hs., Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XII, 2 h, Nr. 3
Gr[oßes] Hauptquartier
31. August[a] 1917.
Hochgeehrter Herr Geheimrat!
In diesen Tagen sind mir aus dem Kriegsfonds[b] der Kantgesellschaft 200 M. als Unterstützung überwiesen worden[1]. Ich weiß, daß Ihnen die Verfügung über diesen Fonds[c] zustand und daß ich somit Ihnen in erster Linie die Zuwendung verdanke. Ich möchte daher die Gelegenheit ergreifen, Ihnen für die freundliche und verständnisvolle Beurteilung meiner Lage und die tatkräftige Hilfe meinen Dank auszusprechen. Die Prüfungen dieser Zeit für einen Gelehrten, der nicht durch feste Einkünfte gesichert ist, sind hart, und ein wirkliches Verdienst ist es, wenn einsichtsvolle und diskrete Hände | sich dieses schweren Übelstandes annehmen. Mich verbinden mit der Kantgesellschaft und ihren Leitern mannigfache Fäden, die wohl auch für weitere Zukunft halten werden. Ich wünschte von Herzen, daß ich einmal durch mein Wirken im Sinne und Geiste unserer Gemeinschaft der Kantgesellschaft in anderer Münze wiedergeben könnte, was sie an mir heute tut.
Indem ich Ihnen, hochverehrter Herr Geheimrat, meine vorzügliche Hochachtung ausspreche, verbleibe ich Ihr sehr ergebener
N. Hartmann