Oscar Blumenthal an Vaihinger, Berlin, 3.1.1917, 1 S., Ts. mit eU, am Briefkopf Monogramm O B, Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 3 b, Nr. 2
Berlin, den 3. Januar 1917
Hochverehrter Herr Geheimrat!
Die überaus liebenswürdigen Worte[1], die Sie mir in Vers und Prosa zu meinem „Buch der Sprüche“[2] sagen, haben mich reichlich für die Gleichgültigkeit entschädigt, mit der diese Sammlung vom Publikum aufgenommen worden ist. Zum Unglück ist auch der Verleger des Werkes inzwischen auf den Schlachtfeldern im Westen gefallen und hat seine Verhältnisse in so grosser Unordnung zurückgelassen, dass ich bisher noch nicht einmal feststellen konnte, wer die Restvorräte seiner Verlagswerke übernommen hat. Mit besonderem Interesse habe ich aus den, Ihrem freundlichen Briefe beigefügten sinnreichen Sprüchen ersehen, dass auch Sie auf dieses Gebiet gelegentliche Ausflüge machen. Ich bitte Sie, hochverehrter Herr Geheimrat, mir auch fernerhin Ihr Interesse zu bewahren und bleibe in aufrichtiger Verehrung Ihr
Osc. Blumenthal