Anton von Leclair an Vaihinger, Wien, 15.4.1916, 3 S., hs. (andere Hd., mit eU und eigenhändiger Ergänzung), Briefkopf (Stempel) Dr. Ant. v. Leclair, Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 6 m, Nr. 14
Wien, IX/1 Wasagasse 27,
den 15. April 1916.
Sehr verehrter Herr Professor!
Am 2. April sandte ich an Sie einen Brief u.[a] eine Drucksache[1]. Es ist mir peinlich, dass ich Sie noch einmal belästigen muss. Schon am 25. März teilte mir Prof. Bauch mit, dass er durch Krankheit verhindert sei, mein Manuskript[2] durchzusehen u. sich darnach zu entscheiden. Heute schreibt mir Frau Adelheid Bauch[3], dass ihr Mann krank in Berlin[4] liegt u. daher seiner redaktionellen Pflicht auf absehbare Zeit nicht nachkommen kann.
Wie ich Ihnen schon schrieb, besteht für mich Aussicht, dass die Abhandlung in einem Ergänzungsheft unterkommt, allerdings erst im nächsten Jahre.[5] Ich bin, damit die Arbeit ungeteilt erscheint, gern bereit so lange zu warten, dennoch wäre es mir aber erwünscht, nicht auf unbestimmte Zeit hinaus im Ungewissen zu bleiben ob sie[b] überhaupt angenommen ist. Frau Bauch schreibt nichts von einer Stellvertretung ihres Mannes in der | Redaktion u. doch wird es vermutlich ohne eine solche nicht abgehen. Sollten nun Sie selbst, wie vorauszusehen ist, auf diese Frage Einfluss nehmen, so möchte ich Sie recht sehr bitten, mir gütigst bekannt geben[c] zu lassen[d], wer die laufenden Geschäfte der Redaktion übernommen hat oder übernehmen soll, damit ich weiß, mit wem ich weitere Verhandlungen pflegen kann u. in wessen Hände meine Zuschriften an Prof. Bauch geraten werden, die teilweise auch in sachlicher Hinsicht Einiges zu meiner Abhandlung beibringen, was mir nicht unwichtig ist.
Ich weiß von Prof. Jerusalem, dass Sie Frau u. Tochter haben, die Ihnen gelegentlich bei Ihrer Correspondenz u. s. w. behilflich sind. Bei mir ist genau der gleiche Fall. Mein Auge würde zwar noch ausreichen,[e] aber die Hand kommt mit der Feder nur langsam vorwärts u. so bin ich auf die Sekretär-Dienste von Frau[6] u. Tochter[7] angewiesen. Nur weil ich die | gleichen Verhältnisse bei Ihnen voraussetzen kann, unternahm ich es überhaupt mich brieflich an Sie zu wenden.
Die erbetene Bestätigung, dass meine zwei Sendungen[8] v[om] 2. April ihre Adresse erreicht haben, ist bei mir noch nicht eingelangt.
Mit hochachtungsvollem Gruße Ihr treu ergebener
Dr. Ant. v. Leclair[f]