Felix Krueger an Vaihinger, Halle (Saale), 9.2.1914, 2 S., hs., Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 5 n, Nr. 8[a]
Halle 9 II.14
Hochgeehrter Herr Geh. Rat.
Gestatten Sie zunächst den Ausdruck meiner Teilnahme an Ihrem neuen Ungemach. Möchte die ärztliche Kunst Sie bald möglichst vollständig wieder herstellen.
Ich würde es sehr bedauern, wenn wir die Sitzung[1] ohne Sie halten müßten. Sie hinauszuschieben, so lange Sie es für möglich und zweckmäßig halten, wäre mir durchaus recht. Ebenso, selbstverständlich, daß wir in Ihrer Wohnung tagten.
Ich sprach heute mit Koll[ege] Menzer und mit dem Herrn[b] Kurator[2] – ehe Ihre Karte[3] kam. Und wir einigten uns auf kommenden Sonnabend, d. 14. nachm[ittags] um 4. Sollte Ihnen diese Zeit ohne Schaden und ohne besondere Last möglich sein, und Sie rufen uns in Ihre Wohnung | zusammen, so müßte der Beginn auf etwa 420 verschoben werden. Denn Herr[c] Menzer und ich prüfen bis 4.
Für alle Fälle beantrage ich hiermit eine solche Zusammenkunft und kündige einen Antrag von mir betr[effend] Kants Grabstätte[4] an. Eine Formulierung dieses Antrages schicke ich Ihnen morgen.[5] Dazu bin ich jetzt nicht mehr frisch genug, nach ca. 13 Arbeitsstunden, – von 3–8 ununterbrochen in der Universität.
Nochmals die besten Wünsche für Ihre Genesung.
In Hochachtung ergeben Ihr
Felix Krueger.