Felix Krueger an Vaihinger, H[alle (Saale)], 2.5.1913, 2 S., hs., Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 5 n, Nr. 6
H[alle], 2. Mai 13
Sehr geehrter Herr Geh. Rat.
Gestern kam ich zu spät nach Hause, um Ihnen eine Zusammenkunft vorzuschlagen; und heute werde ich dazu leider keine Zeit finden.[1]
Ich habe mit Herrn Prof. Fester[2] seither noch nicht gesprochen; also weiß ich von seiner Auffassung der Sache nichts weiter, als was aus seinem Briefe[3], einschließlich der Unterstreichungen und Zeichen hervorgeht.
Beim ganz unbefangenen Lesen dieses Briefes hatte ich den Eindruck, Sie legten kein sonderliches Gewicht darauf, Herrn Prof. Fester[a] als Preisrichter wirklich zu gewinnen; ja, es müßten irgend | welche[b] Bedenken gegen seine Mitwirkung bei Ihnen oder der Kantgesellschaft bestehen.
Durch den mir freundlich zugesandten ersten Teil Ihrer Anfrage[4], zusammen mit dem Ganzen, wird dieser Eindruck bei mir erheblich gemildert, aber nicht ganz aufgehoben.
Wenn eine solche Stellung zu der Sache den beteiligten Herren der Kantgesellschaft fern lag, wenn jedenfalls Ihre Anfrage dergleichen nicht zum Ausdruck bringen sollte, so würden Sie m. E. am besten tun, das Herrn Prof. Fester unmittelbar zu erklären. Ich habe ihm schriftlich mitgeteilt, daß ich Ihnen eine Abschrift seines Briefes an mich geschickt habe.
In vorzüglicher Hochachtung ergeben
Felix Krueger.