August Johannes Dorner an Vaihinger, Königsberg, 22.5.1911, 1 S., hs., Briefpapier mit schwarzem Trauerrand, Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 6 h
Königsberg 22 Mai 1911.
Sehr verehrter Herr Kollege!
Ich habe Sie auf dem Philosophencongreß[1] sehr vermißt und hatte mich schon gefreut, Sie dort[a] zu sprechen. Ich entschloß mich im letzten Moment, da ich am Gardasee war, nach Bologna zu fahren. Umsomehr habe ich mich über Ihr heute empfangenes Schreiben[2] gefreut. Ich würde in der theologischen Literaturzeitung, auch in der deutschen Literaturzeitung[3] Ihre Schrift genau anzeigen[4], da Sie mir plein pouvoir des Urteils geben. Es ist mir sehr lieb, auch mit abweichenden Ansichten mich auseinanderzusetzen. Wenn Sie vielleicht die Güte haben, ein Paar Zeilen an Herrn Collegen Titius[5] in Göttingen zu schreiben. Er würde, falls nicht schon die Recension vergeben[6] ist, das Exemplar mir zuschicken. Ich habe schon mehrfach[b] ihm Anzeigen zugeschickt. Also in der theologischen Literaturzeitung! – auch in die Zeitschrift für Philosophie schreibe ich gelegentlich Anzeigen.
Mit besten Grüßen Ihr sehr ergebener
Dorner
Ich bitte auch um Empfehlungen an Ihre verehrte Frau Gemahlin, die mich seiner Zeit so gastlich aufnahm[7].