Alois Riehl an Vaihinger, Berlin, 14.3.1911, 2 S., hs., Wasserzeichen EXTRA SUPERFINE, Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 4 a

Sehr geehrter Herr College!

Mit Bologna ist nun nichts mehr zu ändern.

Obgleich mein Gesundheitszustand sich erfreulich gebessert hat und die Folgen der Influenza überwunden sind, soll ich nach ärztlichen Rate[a] nicht sogleich wieder an eine anstrengende Arbeit. Und eine solche wäre für die Abfassung des Vortrages für Bologna[2] nicht zu vermeiden gewesen.

Ich muß also auf die Ehre, die Sie mir zudachten[3], verzichten, so gerne ich sonst den Vorstand | der Kant-Gesellschaft vertreten hätte.

Ob ich dazu gelangen werde, das für den Congreß bestimmte Thema schriftlich auszuarbeiten, weiß ich nicht zu sagen. Wenn es der Fall sein sollte, so erhalten die Kant-Studien die Abhandlung[4].

Mit den besten collegialen Grüßen Ihr

A. Riehl.

Kommentar zum Textbefund

anach ärztlichen Rate ] so wörtlich

Kommentar der Herausgeber

1[Berlin] ] vgl. Riehl an Vaihinger vom 17.2.1912
2für Bologna ] zum Internationalen Kongress für Philosophie 1911.
3zudachten ] etwaiges Schreiben Vaihingers nicht ermittelt
4die Abhandlung ] Riehls geplantes Vortragsthema lautete: Fortbildung Kantischer Gedanken in der Philosophie der Gegenwart, vgl. die Ankündigung des Kongresses in Kant-Studien 15 (1910), S. 545. Eine Abhandlung dieses Titels erschien nicht.