Vaihinger an Gustav A. E. Bogeng, Bühlertal, 29.8.1908, 3 S., hs. (eigenh. mit eU), Briefkopf KANTGESELLSCHAFT. Halle a. S., d. … 190 | Reichardtstr. 15. | GESCHÄFTSFÜHRER: PROF. DR. H. VAIHINGER, Deutsche Nationalbibliothek Leipzig, Archiv Maximilian-Gesellschaft, Archiv/GS Archiv Maxi, 7.1.2/26-35
29.VIII.1908
z[ur] Z[eit] Bühlertal (Baden) Kurhaus Wiedenfelsen[1]
Sehr geehrter Herr Doctor!
Ich bitte Sie, mir nicht zu zürnen, daß ich Ihr freundliches Schreiben vom 30.II.[2] erst jetzt beantworte. Ungünstiges Befinden, Arbeitsüberbürdung, Reisen und insbesondre mein chronisches Augenleiden haben mich an der Correspondenz sehr gehindert.
Sie waren so freundlich, uns eine Zusammenstellung der Äußerungen Scheffners über Kant anzubieten. Meines Wissens existirt | eine solche Zusammenstellung noch nicht, und somit wäre eine solche Übersicht recht interessant. Die Altpreußische Monatsschrift (von Reicke[3] herausgegeben) hat wol über Scheffner gelegentlich allerlei gebracht[4], aber ich glaube nicht, daß eine Zusammenstellung seiner Äußerungen über Kant dabei ist. Jedenfalls haben die „Kantstudien“ selbst noch nichts hierüber gebracht, und so wäre es recht verdienstlich, wenn Sie uns eine solche Zusammenstellung[5] machen wollten, am besten mit einigen einleitenden Worten über Scheffners Bedeutung für Kant überhaupt. |
Gleichzeitig sende ich Ihnen das Programm des Heidelberger Phil[osophischen] Congresses[6], vielleicht lassen Sie sich durch dasselbe dazu veranlassen, den Congress zu besuchen. Als Mitglied des internationalen permanenten Ausschusses[7] lade ich Sie dazu ausdrücklich ein. Ich würde mich sehr freuen, bei dieser Gelegenheit Ihre persönliche Bekanntschaft zu machen.
Mit besten Wünschen Ihr ergebener
H. Vaihinger