Friedrich Paulsen an Vaihinger, Steglitz bei Berlin, 1.8.1903, 2 S., hs., Briefkopf PROF. DR. FR. PAULSEN | STEGLITZ BEI BERLIN, DEN … 190… | FICHTESTR. 31., Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 2 c–13
1 August 1903.
Verehrter Herr College!
Berlin[a] geht nicht; wenn nicht Halle[b] dann ist nur ein Ort möglich: Königsberg.[1] Für die Ausstattung des Fonds[2] halte ich das auch für ersprißlicher.[c] Die Königsb[erger] u. Ostpreussen werden für eine Stiftung dieser Art immer in erster Linie in Betracht kommen, aber selbstverständlich erwarten sie dann, daß sie ihr Domizil in K[önigsberg] hat. Für die Auswärtigen gilt dasselbe, bes[onders] für die Ausländer: Kants Name ist mit K[önigsberg] unlösbar verknüpft. Selbst den Berlinern, bin ich überzeugt, wird es leichter werden für 1 Königsberger als für 1 Berliner Kantstiftung zu zahlen, wenn sie anders überhaupt darnach fragen. |
Ich würde mich nun also vor allem mit den Kollegen in Königsb[erg][3] in Beziehung setzen: ich vermuthe nicht, daß sie schwierig sein werden. Und der Senat kann dort nicht ablehnen. Daß die Kantstudien von einem Auswärtigen redigirt werden, kann doch keinen Anstoß geben; sie können ja auch ein mal dorthin übergehen. Übrigens[d] könnten die Kön[igsberger] Kollegen ja eintreten, mindestens so gut als[e] der Marb. N.[f][g]
In dem Schreiben von R.[4] höre ich nur das ‚Nein‘.
Übrigens ist wohl fraglich, ob die Sache jetzt, am Schluß des Semesters, noch ins Reine gebracht werden kann. Ich denke, Sie bereiten alles auf den October[h] vor.
Daß R. u. R.[5] für die ‚Kantstudien‘[i] tun[j] was sie können ist auch m[eine] Überzeugung.
Mit freundlichem Gruß u. besten Wünschen für die Ferien Ihr ergebenster[k]
P.