Pavia; 6 Set[tembre][a] [1]902
Ottimo Collega
Vi sono[1] molto grato dell’onorevole e amichevole menzione che nell’ultimo fasco[b] dei Kantstudien avete fatto[2] della mia Rivista. Anch’io seguo sempre con attenzione e simpatia la Vostra e ne avrete una nuova prova nel prossimo fascicolo dove io comincio una serie di studi kantiani[3]. |
Il fascicolo uscirà tra pochi giorni, ma io Vi mando subito le bozze, perché le vediate e mi diciate francamente se potete accettare questa proposta. Fra 15 giorni io avrò pronto il 2° arto[c] che farò subito comporre e vi manderei pure in bozza. Ora Voi potreste farVi tradurre amendue in tedesco e così tradotti, dopo una mia revisione, pubblicare nei Kantstudien[4]. Potreste anche pubblicarli | in italiano, come ha fatto il Tocco[5]; ma a me pare meglio pubblicarli in tedesco: avrebbero più lettori! Vedrete come in sostanza concordo con Voi nel giudizio sul Paulsen[6], il cui libro è fatto con molto ingegno ma travisa in gran parte il pensiero di Kant. Scrivetemi qui a Pavia quanto più presto potete, e mentre Vi faccio i miei più cordiali saluti e augurii, mi dico col maggiore piacere
Vo Devotmo[d]
Carlo Cantoni
1↑Vi sono ] Transkription und Übertragung von
Andrea Mina (Università degli Studi di Torino), 20.1.2022:
Ich bin Ihnen sehr dankbar für die ehrenvolle und freundliche Erwähnung meiner Zeitschrift in der letzten Ausgabe der Kantstudien. Auch ich verfolge Ihre Zeitschrift stets mit Aufmerksamkeit und Sympathie, wovon Sie sich in der nächsten Ausgabe überzeugen können, in der ich eine Reihe kantischer Studien beginne. Die Ausgabe wird in ein paar Tagen erscheinen, aber ich schicke Ihnen die Entwürfe jetzt schon, damit Sie sie sehen und mir offen sagen können, ob Sie diesen Vorschlag akzeptieren können. In 15 Tagen werde ich den zweiten Artikel fertig haben, den ich sofort verfassen und Ihnen als Entwurf zusenden werde. Nun könnten Sie beides ins Deutsche übersetzen lassen und so übersetzt, nach meiner Überarbeitung, in den Kantstudien veröffentlichen. Man könnte sie auch auf Italienisch veröffentlichen, wie es Tocco getan hat, aber es scheint mir besser zu sein, sie auf Deutsch zu veröffentlichen: Sie würde mehr Leser haben! Sie werden sehen, dass ich Ihnen in Ihrem Urteil über Paulsen im Wesentlichen zustimme, dessen Buch zwar sehr klug gemacht ist, aber Kants Gedanken weitgehend falsch wiedergibt. Schreiben Sie mir so bald wie möglich hier in Pavia […] 6↑sul Paulsen ] vgl. Vaihinger: Kant – ein Metaphysiker? In: Philosophische Abhandlungen. Christoph Sigwart zu seinem siebzigsten Geburtstage 28. März 1900 gewidmet. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1900,
S. 135–158; sowie die Rezension von Vaihinger: Immanuel Kant, Sein Leben und seine Lehre. Von Friedrich Paulsen. Mit Bildnis und einem Briefe Kants aus den Jahren 1792, Stuttgart, Fr. Frommann’s Verlag, 1898 – pp. XII, 396. In: The Philosophical Review 8 (1899),
Nr. 3 von Mai,
S. 300–305.