Cay Ludwig Baron von Brockdorff an Vaihinger, Hildesheim, 30.10.1901, 1 S., hs., am Briefkopf eingeprägtes Familienwappen: geteilter Wappenschild, oben zwei einander zugekehrte Löwen, unten zwei aufwärts-fliegende, einander zugekehrte, geflügelte silberne Fische; als Schildhalter zwei Wilde Männer, in der Rechten bzw. Linken eine Keule haltend, die mit dem Schild auf einem Postament stehen; über dem Wappen eine Grafenkrone, Wasserzeichen Blüten und Blatt an einem Pflanzenstängel, Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 3 n, Nr. 4

Hochverehrter Herr Professor!

Entschuldigen Sie gütigst, dass die Selbstanzeige[1] so spät eintrifft. Ihre gefl.[a] Karte[2] musste mir wieder nachgesandt werden. Ich lese[3] vorläufig nur Donnerstags u. Freitags. An den übrigen Tagen bin ich in Hildesheim zu finden. Sogleich nach Empfang Ihrer Karte habe ich mich über die „Probleme“ verbreitet.

Mit den angelegentlichsten Empfehlungen Ihr Hochachtungsvoll ergebenster

C. Brockdorff.

Kommentar zum Textbefund

agefl. ] aufzulösen: gefällige

Kommentar der Herausgeber

1Selbstanzeige ] vgl. die Selbstanzeige von Baron C. von Brockdorff, Hildesheim über: Die Probleme der räumlichen und zeitlichen Ausdehnung der Sinnenwelt. Vortrag, gehalten in der Herzogl. technischen Hochschule zu Braunschweig. Hildesheim, Gerstenberg 1901. (33 S.). In: Kant-Studien 6 (1901), S. 467–477. Der Vortrag wurde rezensiert von J. W. A. Hickson, Montreal, in: Kant-Studien 7 (1902), S. 466–467.
2Ihre gefl. Karte ] es sind keine Schreiben Vaihingers an von Brockdorff ermittelt.
3Ich lese ] als Privatdozent an der Technischen Hochschule Braunschweig seit 1901, vgl. BEdPh.