Jena, 26. Juni 1901.
Hochgeehrter Herr Professor!
Wenn es Ihnen angenehm ist, möchte ich mir erlauben, Sie am Freitag dem 28. d. j.[a] Nachmittags gegen 5 Uhr, bzw. zwischen 4 und 5 Uhr, in Ihrer Wohnung in Halle zu besuchen. Ich möchte gern Ihren Rat in einer für mich bedeutsamen Angelegenheit[1] einholen.
Mit vorzüglicher Hochachtung ergebenst
Dr. Paul Bergemann.
1↑für mich bedeutsamen Angelegenheit ] nicht ermittelt; womöglich im Zusammenhang mit
Bergemanns literarischer Fehde mit
Paul Natorp, ausgelöst durch Natorps Rezension: P. Bergemanns Soziale Pädagogik. In: Rheinische Blätter für Erziehung und Unterricht 75 (1901),
S. 203–214
u. 271–281. Diese Auseinandersetzung soll
Bergemann bewogen haben, seine Universitätslaufbahn aufzugeben (
NDB,
BEdPh; Carsten Müller: Paul Bergemann gegen Paul Natorp. Ein Blitzlicht auf das evolutionistische Denken im Diskurs der Sozialpädagogik um 1900. In: Florian Bernstorff (
Hg.): Darwinismus, Bildung, Erziehung. Historische Perspektiven auf das Verhältnis von Evolution und Pädagogik. Berlin
u. a.: Lit 2012,
S. 33–47).