Emil Alfred Weber an Vaihinger, Straßburg, 6.3.1901, 4 S., hs., Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 9 f
Straßburg 6 März 1901
Geehrtester lieber College!
Als Ergänzung zu den Ihnen früher mitgeteilten Aufzeichnungen[1] aus meinen Studienjahren erlaube ich mir Ihnen beifolgend eine kleine Auswahl v. „Splittern“ zuzusenden, wie ich sie beim Kramen in alten Papieren vorgefunden. Obgleich sie | stellenweise noch recht naiv klingen und den Widerstreit deutscher und französischer Sprache deutlich genug erkennen lassen, habe ich – da sie den Gedankengängen des Jünglings als Beleg dienen sollen – möglichst wenig daran geändert.
Uebrigens ist auch Neueres hinzugekommen wonach sich der Unterschied zwischen Einst und Jetzt bemessen läßt. | Vielleicht haben Sie die Güte mir gelegentlich einmal die wenigen Nummern – im besten falle ein Duzend, denke ich – bezeichnen zu wollen, die sich nach Ihrer für mich maßgebenden Ansicht zur Veröffentlichung[2] eignen würden.
Ueberhaupt wäre mir ein Lebenszeichen – natürlich nur Postkarte! – sehr erwünscht. Ich bin ja so viel in Gedanken bei Ihnen und freue mich | herzlich über Ihre wissenschaftlichen Erfolge. Hoffentlich ist Ihre Gesundheit immer noch à la hauteur[a]!
Stets Ihr treu ergebener
A Weber