Richard Hönigswald an Vaihinger, Wien, 28.6.1900, 1 S., hs., Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 3 e, Nr. 3

Hochgeehrter Herr Professor!

Gestatten Sie mir gütigst, Ihnen die beiliegende kritische Studie als ein bescheidenes Zeichen meiner vorzüglichsten Hochachtung überreichen zu dürfen. Wäre es mir erlaubt nach Uebersendung eines Recensionsexemplares an die „Kantstudien“ seitens meiner Verlagsbuchhandlung Ihnen, sehr geehrter Herr Professor, eine kurze Selbstanzeige zukommen zu lassen?[1]

Die Arbeit über E. Mach’s Methodologie[2] werde ich im Laufe des Sommers[a] in der Lage sein, Ihnen zur Verfügung stellen zu können. Der veränderte Zweck machte eben auch zahlreiche Veränderungen in der Conception der Arbeit nöthig, durch welche sich[b] deren Fertigstellung etwas verzögert, ein Umstand, der, wie ich glaube, mit Rücksicht auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung in den Kantstudien, von dem mich ja noch mindestens sieben Monate trennen[3], nichts Wesentliches zu bedeuten haben wird.

Genehmigen Sie, hochgeehrter Herr Professor, den Ausdruck meiner vorzüglichsten Werthschätzung, mit dem ich bin Ihr ergebenster

R Hönigswald.

Kommentar zum Textbefund

aDie Arbeit … des Sommers ]  mit Blaustift unterstrichen
bsich ] danach unleserlicher Ansatz gelöscht (s oder I?)

Kommentar der Herausgeber

1Gestatten … lassen? ]  liegt nicht bei, meint Hönigswald: Zum Begriff der „exakten Naturwissenschaft“. Eine kritische Studie. Zweite revidierte Ausgabe. Leipzig: Eduard Avenarius 1900; vgl. Hönigswald an Vaihinger vom 28.5. und 3.7.1900 sowie die Selbstanzeige: Zum Begriff der „exakten Naturwissenschaft“. Eine kritische Studie. Zweite revidierte Ausgabe. Leipzig: Eduard Avenarius 1900. In: Kant-Studien 5 (1901), S. 229–230. Eine entsprechende Rezension ist im fraglichen Zeitraum in der Zeitschrift Kant-Studien nicht erschienen.
2Arbeit über E. Mach’s Methodologie ] vgl. Hönigswald an Vaihinger vom 17.5.1900
3den Zeitpunkt … sieben Monate trennen ]  vgl. Hönigswald an Vaihinger vom 28.5.1900