Heinrich Maier an Vaihinger, Tübingen, 13.11.1897, 3 S., hs., Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 8 b, Nr. 7
Tübingen, den 13. November 1897
Hochgeehrter Herr Professor!
Ich sende Ihnen mit derselben Post meine Korrekturen[1]. Die Änderungen sind zahlreicher geworden, als mir lieb ist, was zum Teil seinen Grund in der Raschheit hat, mir der die Arbeit seinerzeit niedergeschrieben wurde. Vielleicht kann ich eine Revision erhalten – wenn Sie es[a] für nötig halten; ich würde dieselbe in kürzester Frist fertig stellen. Für die Aufnahme meiner Arbeit im nächsten Heft danke ich Ihnen bestens.
Leider kann ich die von Ihnen gewünschte Besprechung von Pfleiderers Programm[2] nicht gleich mitschicken. Ich | habe die Schrift zwar nun genauer gelesen, bin aber noch nicht dazu gekommen, das Referat – wie Sie selbst annehmen, kann ich aus naheliegenden Gründen nur referieren – zusammenzuschreiben. Doch werden Sie das Gewünschte in den nächsten Tagen erhalten.
Für Ihren freundlichen Brief[3] vom Schluß des vorigen Semesters noch nachträglich vielen Dank. Bald nachdem unser Briefwechsel vom letzten Sommer[4] abgeschlossen war, kam es mir zum Bewußtsein, daß ich etwas übereilt gehandelt habe. Ich hatte mir in der That von den Schwierigkeiten, mit denen ein Redakteur zu kämpfen hat, keine genügende Vorstellung gemacht, und es thut mir leid, Ihnen Ungelegenheiten bereitet zu haben. Vielleicht darf ich Sie bitten, den Fall nun als endgültig erledigt zu betrachten.
Von Ihrer Einladung, gelegentlich einmal nach | Halle zu kommen, werde ich mir erlauben eventuell schon in den nächsten Herbstferien Gebrauch zu machen, für welche ich eine größere Reise geplant habe, die mich auch nach Norddeutschland führen wird. Den 2. Teil meines Melanchthon Aufsatzes[5], der auf die beiden folgenden Hefte des Archivs verteilt werden wird, werde ich mir gestatten Ihnen zuzusenden[6], sobald derselbe vollends erschienen sein wird.
Mit höflichem Gruße Ihr ergebenster
Dr Heinrich Maier