Kurd Laßwitz an Vaihinger, Gotha, 2.6.1897, 3 S., hs., Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 6 k, Nr 4[a]
Gotha, 2. Juni 1897.
Waltershäuserstr. 4.
Hochgeehrter Herr.
Daß ich mit den Recensionen[1] noch immer im Rückstande bin, ist sehr betrübsam. Zeit hätte ich allerdings jetzt, ich bin aber, abgesehen von einer Schwäche im rechten Arm, die mir das Schreiben erschwert, augenblicklich von einer solchen Müdigkeit ergriffen, daß ich noch nicht zur Arbeit gekommen bin. Aber das wird auch bald vorübergehen, und dann werde ich mich einstellen. Sollte ich auch in den Pfingstferien noch nicht fertig werden, so hoffe ich doch, daß Ihr persönliches Erscheinen[2] mir einen energischen Anstoß versetzen wird. Ich freue mich sehr | darauf, Sie in Gotha begrüßen zu können, um so mehr, als ich meinen Besuch bei Ihnen im letzten Augenblick aufgeben mußte[3]. Haben Sie nur die Güte, mich durch eine Karte von der Zeit Ihres Eintreffens zu benachrichtigen.
Einen Artikel über die Kantstudien für die Nation zu schreiben, war schon früher meine Absicht.[4] Darauf teilte mir aber die Nation mit, daß dies schon von andrer Seite in Aussicht genommen sei, und ich ließ es. Doch[b] ist mir nichts zu Gesicht gekommen.[5]
Ich habe zugesagt, über das Buch von Kronenberg[6] zu schreiben und kann vielleicht damit einen Hinblick auf die | Zeitschrift überhaupt verbinden.
Mit hochachtungsvollem Gruße Ihr ergebener
Kurd Laßwitz.