Heinrich Maier an Vaihinger, Tübingen, 12.4.1897, 3 S., hs., Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 8 b, Nr. 4
Tübingen, den 12. April 1897.
Hochgeehrter Herr Professor!
Leider ist es mir in absehbarer Zeit nicht möglich, dem in Ihrem freundlichen Briefe[1] angeregten Gedanken, Ed. Zeller’s Bedeutung für das Kantstudium[a] eingehend zu behandeln, Folge zu geben.
Mein nächstes Ziel ist, meine Arbeit über Aristoteles[2], von der bis jetzt der 1. Teil erschienen ist, zu Ende zu führen. Das wird für geraume Zeit – ich kann frühestens bis zum Schluß d[es] J[ahres] fertig zu werden hoffen – meine ganze Kraft in Anspruch | nehmen. Immerhin ist mir das[b] in Frage stehende Thema sehr sympathisch[c], und ich würde ev[entuell], falls dasselbe in der Zwischenzeit nicht[d] von Anderer Seite Bearbeitung findet, später[e] gerne darauf zurückkommen[3].
Was die von Ihnen gewünschte Analyse von [Edmund] Pfleiderers „Causalbegriff“[f][4] anlangt, so habe ich bis jetzt noch keine Zeit gefunden, um diese Arbeit so eingehend zu lesen, daß ich sofort eine Analyse schreiben könnte. Da ich nun zunächst in die Ferien abreise und nach meiner Rückkehr eine andere Arbeit abschließen muß, so würde ich in den nächsten Wochen[g] schwerlich dazu kommen können, Ihrem Wunsche zu entsprechen. Doch wäre ich bereit, Ihnen, falls die Sache Zeit hat, | eventuell später[h] das Gewünschte zu liefern.
Mit höflichem Gruße Ihr ergebenster
Dr Maier.