Heinrich Maier an Vaihinger, Tübingen, 17.1.1897, 2 S., hs., Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 8 b, Nr. 2
Tübingen, den 17 Januar 1897.
Sehr geehrter Herr Professor!
Ihrem Wunsche entsprechend[1] bin ich gerne bereit, Ihnen meine Habilitationsvorlesung[2] für die ‚Kantstudien‘ zu überlassen. Doch ist es mir nicht möglich, Ihnen das[a] Manuskript sofort zu übersenden. Dasselbe bedarf noch einer Überarbeitung, die mich immerhin noch einige Zeit kosten wird. Nun kann ich leider nicht sogleich ans Werk gehen, da ich zunächst eine[b] Arbeit über Melanchthon[3] fertig zu stellen habe, die mir, nicht zu meiner Freude, zugefallen ist. So muß ich | Sie bitten, mir für die Fertigstellung des Manuskripts bis zum Schluß des Semesters Zeit zu lassen. Der Umfang würde sich, nach Einschätzung der beim Vortrag wegen Zeitmangels ausgelassenen Abschnitte, ungefähr auf 2½ Bogen belaufen. Ich darf Sie wohl ersuchen, mir für den Fall, daß Sie nicht so viel – oder mehr – Raum für meine Arbeit zur Verfügung hätten, davon Mitteilung zu machen.
Die mir aufgetragenen Grüße an Sigwart habe ich bestellt. Er läßt sie bestens erwidern.
Mit höflichem Gruße Ihr ergebenster
Dr Maier