Alois Riehl an Vaihinger, Freiburg im Breisgau, 23.1.1896, 2 S., hs., Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 4 a
Freiburg/B[aden] d. 23.I.96.
Sehr geehrter Herr College!
Ihr Schreiben vom 12.[1] fiel gerade in eine ungünstige Zeit, die mit Amtsgeschäften und anderen Abhaltungen ganz besetzt war. Nun haben Sie die Mühe gehabt, noch eine Karte[2] nachzusenden.
Ich hätte Ihnen umgehend erklären sollen, daß es mir ganz aufrichtig und im hohen Grade leid ist, Ihren sehr berechtigten und überdies mich ehrenden Wunsch nicht erfüllen zu können.
Wenigstens darf ich es im Vorblick auf alle noch zu erledigenden | Arbeiten nicht wagen, eine Zusicherung zu geben.
Damit entfällt von selbst die Antwort auf Ihre neuerliche Anfrage (Kant comme savant[3] – betreffend) einen Aufsatz der mir übrigens entgangen ist.
Hoffentlich wird Ihr erstes Heft auch ohne meine Mitarbeit allen Ihren Wünschen entsprechen.
Mit freundlichen collegialen Grüßen bleibe ich Ihr ganz ergebener
A. Riehl.