Alois Riehl an Vaihinger, Freiburg im Breisgau, 16.10.1895, 2 S., hs., Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 4 a

Sehr geehrter Herr College!

Empfangen Sie endlich meinen verbindlichsten, durch Ferienreise und dringende Arbeit so sehr verspäteten Dank für Ihren wiederholten, freundlichen Glückwunsch[1].

Ihr geplantes Unternehmen, die neue Zeitschrift „Kant-Studien“ hat sogleich mein Interesse erregt und gerne drücke ich meine Zustimmung zu Ihrem Prospekte[2] damit aus, daß ich Sie ermächtige und ersuche, meinen Namen demselben beizuzufügen. |

Nur – zu einem Beitrage für das I. Heft kann ich mich nicht verpflichten; ich habe erst eine große Arbeitslast zu bewältigen, ehe ich wirklich an Mitarbeit[3] denken kann.

Sie finden für Reicke II[4] gewiß einen passenden Berichterstatter. Möglicherweise ist[a] von meinen Kant-Arbeiten[b] ein oder der andere Gegenstand für Ihre Zeitschrift geeignet. Jedenfalls aber wünsche ich Ihnen und Ihrem Verleger[5] besten Erfolg.

Mit collegialem Gruße bleibe ich Ihr sehr ergebener

A. Riehl.

Kommentar zum Textbefund

aist ] Einfügung über der Zeile für gestrichen: fällt
bKant-Arbeiten ] Kant-arbeiten

Kommentar der Herausgeber

1freundlichen Glückwunsch ] vermutlich zur Berufung Riehls nach Kiel (BEdPh).
2Ihrem Prospekte ] vgl. Hermann Cohen an Vaihinger vom 9.10.1895
3Mitarbeit ] von Riehl erschienen die Beiträge: Helmholtz in seinem Verhältnis zu Kant. In: Kant-Studien 9 (1904), S. 261–285; ders.: Anfänge des Kritizismus. – Methodologisches aus Kant. In: Kant-Studien 9 (1904), S. 493–517.
4Reicke II ] vgl. Lose Blätter aus Kants Nachlass Heft 2. Mitgetheilt von Rudolf Reicke. Königsberg: Beyer 1895. Keine Rezension in Kant-Studien 1 (1896/1897) oder später nachgewiesen.
5Verleger ] Firma Leopold Voss, Hamburg und Leipzig.