Karl Kehrbach an Vaihinger, Berlin, 26.3.1887, 2 S., hs., Briefkopf REDACTION | der | MONUMENTA GERMANIAE | PAEDAGOGICA.[a] | BERLIN, DEN … 188…, Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 5 a, Nr. 6
26. März 1887 | W. Charlottenstr. 28,I.[b]
Lieber Freund![c]
Ich sage Dir den besten Dank für Deinen freundlichen Brief[1]. Anbei schicke ich Dir den 2ten Band der Monumenta[d][2]. Auch die folgenden Bände werde ich Dir schicken.[3]
Ich theile ganz Deine Meinung in Betreff der Wichtigkeit der Heranziehung des Jesuitenordens. Das Unternehmen der Monumenta[e] würde große Lücken gehabt haben, wenn ich nicht die Betheiligung der katholischen Ordensverbindungen erlangt hätte. Sehr werthvolle Beiträge werden die Editionen der Benedictiner u. Cisterzienser bringen, – aber ehe der Tag des Erscheinens dieser Publikationen herankommt, werden noch Jahre vergehen. Dies ist aber auch kein | Schaden, denn ich leide in Bezug auf die eingelieferten und demnächst zu erwartenden Manuscripte bereits am embarras de richesse[f][4].
Wäre es mir nicht möglich gewesen, die Monumenta[g] interconfessionell zu gestalten und wäre es mir nicht möglich geworden, Vertreter aller Deutschen Stämme (Oesterreicher, Schweizer, Ostseeprovinzen) zur Mitarbeiterschaft heranzuziehen, so würde ich trotz der Vorarbeiten Abstand von der Weiterführung genommen haben. Es wäre dann trotz[h] aller Mühe großes Stückwerk aus dem Unternehmen geworden.
Da Du in nächster Zeit einmal nach Berlin[5] kommen wirst, so verspare ich alle weiteren Mittheilungen auf den persönlichen Verkehr. Mit dem Wunsche, daß es Dir wohl gehen möge, verbleibe ich
Dein
Karl Kehrbach