Bartholomäus von Carneri an Vaihinger, Wien, 15.5.1884, 3 S., hs., eingeprägter Briefkopf ABGEORDNETENHAUS, Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 4 d, Nr. 18
Wien 15. Mai 1884.
Hochverehrter Herr und Freund!
Tausend Dank für den lieben Brief und die werthvolle Gabe[1]. Zu Ihrer Ernennung[2] meine herzlichsten Glückwünsche. Wie schwer es Ihnen gefallen sein wird, von Straßburg zu scheiden, kann ich mir leicht denken. Nächstens erhalten Sie wieder einen Aufsatz von mir[3]. Daß | Sie der Politik ferne bleiben, kann niemand aufrichtiger billigen, als ich. Hätte ich es nur auch immer gethan! Hängt man einmal, so kommt man nicht mehr los, und wieviel besser könnte ich mich beschäftigen! Ende Dieses komme ich wieder nach Gratz, u. da mache ich mich sogleich über Ihre Schrift, die für mich vom höchsten Interesse ist. Daß Sie eine Besprechung von mir[4] wünschen, | ehrt mich, wie kaum etwas, und von ganzem Herzen werde ich Ihren Wunsch erfüllen. Wenn ich nur als dieser Aufgabe gewachsen auch mich erweisen werde!
Nochmals tausend Dank, und ebenso innig, als eilig, Ihr ganz ergebener
B. Carneri