Vaihinger an Eduard Zeller, Straßburg, 25.2.1884, 3 S., hs., Universitätsbibliothek Tübingen, http://idb.ub.uni-tuebingen.de/opendigi/Md747-782

Hochzuverehrender Herr GeheimeRath, verehrtester Herr Professor![a]

Der äußerst gütige Brief[1], den ich von Ew. Hochwohlgeboren heute empfangen durfte, ist mir wieder ein neuer, unschätzbarer Beweis der fortdauernden wohlwollenden Theilnahme, die Ew. Hochwohlgeboren meinen Bestrebungen entgegenbringen. Genehmigen Sie den | erneuten Ausdruck meines tiefsten Dankes für diese Güte, dieses Vertrauen.

Dem Vernehmen nach wird Herr Geh[eime] Rath Althoff in nächster Zeit herkommen (es schwelt noch die Angelegenheit Nissen-Bonn[2]). Vielleicht läßt sich dann auch meine Angelegenheit ins Reine bringen.

Möchten Ew. Hochwohlgeboren gütigst entschuldigen, daß ich durch eine voreilige Auslegung der betreffenden Stelle Ihres vorletzten gütigen Schreibens[3] veranlaßt wurde, Sie mit meiner | unnöthigen Erörterung des vermeintlichen theologischen Einflusses[4] zu belästigen. –

Der Druck unserer Festschrift[5] geht etwas langsam voran. Doch hoffen wir Ende März Ihnen das Exemplar zu senden zu können.

Mit dem Ausdruck dankbarster Verehrung Ew. Hochwohlgeboren ganz ergebenster

H. Vaihinger

Kommentar zum Textbefund

aProfessor! ] danach 3 Zeilen frei gelassen

Kommentar der Herausgeber

1gütige Brief ] vgl. Zeller an Vaihinger vom 23.2.1884
2Angelegenheit Nissen-Bonn ] Heinrich Nissen (1839–1912), Althistoriker, 1867 in Bonn habilitiert, 1863 ao., 1870 o. Prof. in Marburg, 1877 in Göttingen, 1878 in Straßburg, 1884 Nachfolger Arnold Schaefers in Bonn. Dort Rektor 1894/1895, 1911 emeritiert (NDB).
3Ihres vorletzten gütigen Schreibens ] vgl. Zeller an Vaihinger vom 8.2.1884
4unnöthigen Erörterung des vermeintlichen theologischen Einflusses ] vgl. Vaihinger an Zeller vom 11.2.1884
5unserer Festschrift ] vgl. Vaihinger an Zeller vom 6.2.1884