Hochzuverehrender Herr Professor![a]
Die freundliche Herablassung, mit der Sie, verehrtester Herr Professor, hier meine philosophischen Versuche von dem Standpunkt Ihres encyclopädischen Universalismus aus zu berücksichtigen, und mich in meinen Arbeiten | anzuregen und aufzumuntern die Güte hatten, ermuthigt mich, Ihnen anbei die Umarbeitung meiner Habilitationsrede[1] ergebenst zu überreichen, welche ich zu der Zeit hielt, als Straßburg noch das Glück hatte, Sie zu besitzen[2]. Möchten Sie, verehrtester Herr Professor, mir Ihr schätzbares Wohlwollen auch fernerhin bewahren.
Genehmigen Sie den Ausdruck vorzüglicher Hochachtung und Verehrung.
Ew. Wohlgeboren ganz ergebenster
Dr Hans Vaihinger
Straßburg i/E
den 21/Febr[uar] 1878.
1↑Umarbeitung meiner Habilitationsrede ] nicht ermittelt; kein Nachweis in den Akten der Universität Straßburg (Archives départementales du Bas-Rhin Strasbourg), kein Nachweis im Rektoratsbericht für 1877 (
vgl. Bericht über das Stiftungsfest der Universität am 2. Mai 1877 bei Anwesenheit seiner Majestät des Kaisers Wilhelm I. Straßburg: Schultz 1877, dort auf
S. 18 lediglich die Mitteilung der Tatsache von Vaihingers Habilitation). – 1878 erschienen von Vaihinger
u. a. die Abhandlungen: Das Entwickelungsgesetz der Vorstellungen über das Reale. In: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Philosophie 2 (1878),
S. 298–313
u. S. 415–448; Der Begriff des Absoluten (mit Rücksicht auf Spencer). In: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Philosophie 2 (1878),
S. 188–221; Die Platonischen Fragen in Vergangenheit und Gegenwart. In: Deutsche Revue über das gesammte nationale Leben der Gegenwart 2 (1878),
Bd. 3,
S. 368–375; Entstehung, Probleme und Parteien der Erkenntnißtheorie. In: Deutsche Revue über das gesammte nationale Leben der Gegenwart 2 (1878),
Bd. 4,
S. 364–370. Vaihinger wurde am 20.2.1877 habilitiert (
vgl. Beilage I in: Festschrift zur Einweihung der Neubauten der Kaiser-Wilhelms-Universität Strassburg 1884. Straßburg: J. H. Ed. Heitz 1884,
S. 148).