Adolf Lasson an Vaihinger, Wernigerode, 6.10.1876, 1 S., hs., Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 6 i
Wernigerode 6 Oct[ober] 76.
Verehrter Herr Doctor,[a]
Ihr freundliches Schreiben[1] ist mir hierher nachgeschickt worden, wo ich mich bei einem mit schwerer Krankheit in langsamer, aber regelmässig fortschreitender Reconvalescenz befindlichen 14jährigen Sohne[2] aufhalte. Haben Sie Dank für die Zusendung[3], die ich ebenso wie Ihre Grüsse der philos[ophischen] Gesellsch[aft][4] in ihrer nächsten Sitzung mittheilen werde, und für den Ausdruck Ihrer freundlichen Meinung. Die Abhandlungen zur Teleologie[5] sind allerdings auf eine weitere Folge berechnet; wann dieselben zum Abdruck gelangen werden, ist freilich noch nicht abzusehen. Ihr sehr interessantes Buch über die drei am meisten genannten Vertreter modernster[b] Richtungen in der Philosophie zu besprechen würde mir ein angenehmer Auftrag sein, wenn ich einen Ort wüsste, der eine Besprechung von mir aufzunehmen geneigt wäre.[6] Ich habe keine Verbindungen mit Zeitschriften. Wenn Sie mir eine Zeitschrift nennen[7] könnten, in welcher eine Besprechung von mir sicher Aufnahme fände, so wäre ich bereit.
Auch ich bedaure, Sie nicht mehr in Berlin gesehen zu haben, und hoffe, dass günstigere Gelegenheit sich ein ander Mal finden wird. Mit angelegentlichsten Empfehlungen bin ich, verehrter Herr Doctor, Ihr ergebenster
Lasson.