Titelaufnahme
- TitelLiesbet von Drigalski-Dill an Vaihinger, o. O. [Halle], o. D. [24.3.1925], 1 S., Ts. mit eU, Unterstreichungen und vereinzelte Ergänzungen von Satzzeichen v. Hd., Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 6 g, Nr. 2
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- StandortStaats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 6 g, Nr. 2
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Liesbet von Drigalski-Dill an Vaihinger, o. O. [Halle], o. D. [24.3.1925], 1 S., Ts. mit eU, Unterstreichungen und vereinzelte Ergänzungen von Satzzeichen v. Hd., Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 6 g, Nr. 2
Verehrter Herr Vaihinger,
Das ging prompt nichtwahr? die Wiener haben Sie sofort gebracht[1], dagegen haben mir z. B. Kölnische Volkszeitung den Art[ikel] retourniert. Die albernsten Humoresken nehmen sie immer, die kürzesten: die 120– höchstens 150 Zeilen –. Mehr darf man nie schreiben über einen Gegenstand. Es muss „ausgehen“, wie der Fotograf in der Pfalz sagte[2], wenn er nicht fertig wurde mit den Parteien.
Wissen Sie vielleicht einige Blätter, die diesen Art[ikel] aufnehmen würden[a]? Ich habe ihn viermal versandt, die Frankfurter Zeitung[b] schickte ihn auch zurück. Um so mehr freut mich Wien, denn das ist eins der meistgelesensten Blätter. Mit welchen Blättern stehen Sie besonders gut[c].[d] Voss[3] vielleicht?
Roux Nachruf[4] hat damals auch zuerst Wien gebracht und dann Hannoverscher Kurier, Köln[ische] Volkszeitung. Die Breslauer, wo Roux gelehrt[e] hatte[5], hat ihn abgelehnt, so sind sie …[f]
Ich sah gestern Abend[6]: 6 Personen suchen einen Autor, es war geistreich und amüsant, eine Groteske, gutgespielt.
Mittwoch lese ich[g] im Offiziersverein in der Lafontainestr[7]. Ich habe den Damen, die mir ziemlich wesensfremd sind, wenigstens habe ich in der Vorlesung vor zwei Jahren[8] absolut keine Stimmung gefühlt, weder für mich, noch für meine Art, noch für die Gegend die ihnen nicht lag oder den Humor, den sie, wie den Dialect, nicht verstanden, einige literarische hors d’oeuvres ausgewählt, hoffentlich zahm genug.
Beifolgende Skizze[9] darf ich bitten, mir zurückzugeben. Ihre Vorleserin soll sie Ihnen lesen, die lese ich zum Schluss, um sie doch etwas zu ärgern.
Ich gebe gesellschaftliche Essays über das Buch, den Brief und Höflichkeit … dann zwei amüsante Reiseerlebnisse und eine Novelle. Seien Sie gegrüsst,
Liesbet Dill
Kommentar zum Textbefund
Kommentar der Herausgeber
1↑die Wiener haben Sie sofort gebracht ] vgl. Drigalski-Dill: Teestunde mit „Als-Ob“. Beim Philosophen Vaihinger. In: Neues Wiener Journal, Nr. 11255 vom 22.3.1925, S. 6–7 (Digitalisat via https://anno.onb.ac.at (26.9.2024)). – Auch in: Jeversches Wochenblatt, Nr. 228 vom 29.9.1927, S. 7 (Digitalisat: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/newspaper/item/F3J6KTTQGALP6LV62RXBDGGSTRDBUWDB?issuepage=7 (28.10.2021)).4↑Roux Nachruf ] vgl. Liesbet Dill: Nachruf an Wilhelm Roux. In: Neues Wiener Journal, Nr. 11083 vom 26.9.1924, S. 4.5↑wo Roux gelehrt hatte ] 1880–1889, vgl. https://www.catalogus-professorum-halensis.de/rouxwilhelm.html (26.9.2024)6↑gestern Abend ] vgl. die Ankündigung in: Saale-Zeitung, Nr. 68 vom 21.3.1925, 2. Blatt: Volksbühne. Am Montag, 23. März ½8 Uhr wird im Stadttheater Pirandellos „Sechs Personen suchen einen Autor“ gegeben. Das Stück, das der Welt der Bretter entstammt, geht jetzt über alle bedeutenderen Bühnen. Man sieht das Stück, das erst gemacht werden soll, allmählich auf der Bühne entstehen. Die Mitglieder der Kammerspielgemeinde, die den 4. Abschnitt noch nicht eingelöst haben, werden gebeten, diesen umgehend nachzulösen. Einige Karten sind auch für die Mitglieder der Theatergemeinden A–D und G–L verfügbar.8↑Vorlesung vor zwei Jahren ] für 1923 ist ein Vortrag Drigalski-Dills im Deutschen Sprachverein nachgewiesen, vgl. die Ankündigung in Saale-Zeitung, Nr. 139 vom 16.6.1923, 1. Beilage: Deutscher Sprachverein. Mittwoch, 20. Juni, abends 8 Uhr, im Aud. max der Universität spricht Liesbet Dill (Frau v. Drigalski) über das neue Saargebiet und liest aus eigenen Werken. Karten zu 1000 M., für Mitgl. u. Angeh. zu 700 M. bei Hothan. Bericht in: Saale-Zeitung, Nr. 143 vom 21.6.1923, 1. Beilage.▲
