Titelaufnahme
- TitelVaihinger an Paul Ernst, Halle, o. D. [28.11.1923], 2 S., Ts. ohne eigenhändige Unterschrift, Postkarte an Herrn | Dr. Paul Ernst | Sonnenhofen, Post Königsdorf | Ob. Bayern, Poststempel [HALLE] | 28.11.23 7–8 N | (SAALE) 3, Deutsches Literaturarchiv Marbach, A:Ernst, Paul
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- StandortDeutsches Literaturarchiv Marbach, A:Ernst, Paul
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Vaihinger an Paul Ernst, Halle, o. D. [28.11.1923], 2 S., Ts. ohne eigenhändige Unterschrift, Postkarte an Herrn | Dr. Paul Ernst | Sonnenhofen, Post Königsdorf | Ob. Bayern, Poststempel [HALLE] | 28.11.23 7–8 N | (SAALE) 3, Deutsches Literaturarchiv Marbach, A:Ernst, Paul
Abs[ender] Geh. R[at] Prof. Vaihinger, Halle, Reichardtstr. 15, d.[a]
Verehrter Herr Paul Ernst! Sie haben große Aehnlichkeit mit Alexander von Humboldt in Bezug auf die Handschrift[1], eine sehr charakteristische Schrift und auch sehr schön anzusehn, aber sehr schwer zu entziffern für Laien. Gewiss könnte ich selbst Ihre Handschrift leicht lesen, aber meine Frau und meine Sekretärin haben sich mit vereinten Kräften erst nach längerer Zeit in Ihre Handschrift hineingefunden. Sehr schade, dass jetzt die Schreibmaschinen so teuer sind, sonst wäre Ihnen die Anschaffung einer solchen gewiss selbst willkommen. – Natürlich werde ich Ihrer Anregung[2] sehr gerne Folge leisten und bin recht gerne bereit, zu[b] der neuen Aktion mitzuwirken. Die vorige Aktion[3] ging von Prof. Dr. Soergel[c] in Chemnitz aus, und so wird es wohl auch dies Mal besser sein, wenn nicht jeder einzelne für sich nach St[ockholm] schreibt, sondern wenn die Aktion von einem gemeinschaftlichen Punkte ausgeht. Vielleicht ist es richtig, wenn diese neue Aktion erst mit dem Neuen Jahre ins Leben tritt. Wenigstens werde ich meinerseits im Januar wohl am besten direkt an Professor Soergel schreiben, in dem Sinne, er möge, unentmutigt durch den erstmaligen Misserfolg, die Aktion wiederholen und werde ich mich meinerseits dazu zur Verfügung stellen. Die jetzigen hohen Portokosten sind natürlich eine ein gewisses Hindernis viel|leicht für Prof. Soergel, aber das lässt sich ja wohl überwinden. Wenn Sie nicht anders schreiben, nehme ich an, dass Sie mit mir einverstanden sind. – Ihre Mitteilungen über Ihre literarischen Arbeiten, das Epos[4] einerseits, und die, wie es scheint, Weltanschauungsarbeit andererseits, sind mir sehr interessant. Der Mut zu einem Epos ist zu bewundern. Aber tatsächlich liegt hier ein vielversprechendes[d] reiches Feld vor. Weltanschauungsarbeiten haben jetzt gute Aussichten, die Menschen hungern danach. Mit besten Wünschen und Grüssen v. Haus zu Haus Ihr ergebener V.
Kommentar zum Textbefund
Kommentar der Herausgeber
2↑Ihrer Anregung ] darauf bezogenes Schreiben nicht überliefert; es geht um den angestrebten Nobelpreis für Literatur.4↑das Epos ] vgl. Paul Ernst: Das Kaiserbuch. Ein Epos. Drei Teile (in 6 Bänden). 1: Die Sachsenkaiser, 1923; 2: Die Frankenkaiser,1927; 3: Die Schwabenkaiser, 1928. Erschienen München: Hueber bzw. Ebersberg (bei München): Vereinigung für die Paul-Ernst-Spende.▲
